Industriespionage nimmt zu
Datenklau bei jedem fünften Unternehmen
Etwa jedes fünfte Unternehmen in Deutschland ist bereits Opfer von Industriespionage geworden oder hat wichtige Firmendaten an Konkurrenten verloren.
Der jährliche Schaden durch diese ungewollten Informationsabflüsse liegt bei 2,8 Milliarden Euro, wie eine gemeinsame Umfrage von Corporate Trust, einem Unternehmen für Sicherheitsdienstleistung, dem Büro für angewandte Kriminologie in Hamburg und dem "Handelsblatt" zeigt. An der Befragung nahmen 741 deutsche Firmen teil.
Abgehört und gehackt
Der Datenklau geschieht demnach auf ganz unterschiedlichen Wegen: In annähernd 15 Prozent der Fälle haben sich Konkurrenten in die internen IT-Systeme gehackt, zudem wurden Firmen durch Geheimdienste abgehört.
In 18,7 Prozent der Fälle ließen sich Mitarbeiter von Konkurrenten oder von ausländischen Geheimdiensten dazu bewegen, ihnen Firmeninformationen oder Details über Produkte und Bauteile zu überlassen.
Furcht vor Imageschaden
Nach Angaben von Corporate Trust steigt die Zahlen der Fälle von Industriespionage im Schnitt jährlich um zehn Prozent.
Nur jedes vierte Unternehmen, das Opfer solcher Attacken wurde, schaltete die Behörden ein. "Die Firmen fürchten, dass ihr Schaden publik wird und ihr Image leidet", sagte Christian Schaaf, Geschäftsführer von Corporate Trust.
(APA | AP)
