28.06.2004

PC-GAME

Die Goldgräber der Pixelwelt

In einem von großen Spielekonzernen beherrschten Gaming-Universum ist es für viele begeisterte Programmierer gar nicht so leicht, ihr Produkt neben glänzend abgepackter Spiele-Software in die Regale zu stellen.

Das Vertriebsmodell Shareware bietet hier oft die einzige Möglichkeit, einen Kundenkreis mit niedrigen Vertriebskosten, einem individuellen Veröffentlichungszeitrahmen und flexibler Preisgestaltung anzusprechen.

"Clonk" ist Shareware, nun schon seit zehn Jahren auf dem Markt, und kann auf etliche tausend registrierte Spieler im deutschsprachigen Raum verweisen.

Was ist "Clonk"?

In einer zweidimensionalen Landschaft werden kleine Erdenbewohner [sogenannte "Clonks"] gesteuert, um vorher gesetzte Aufgaben und Spielziele zu erfüllen: Ob eine knifflige Siedlungsmission in einer stürmischen Sandwüste, zu zweit Schnee schaufeln und Fische fangen an einem eiskalten See in der Antarktis, Geld verdienen mit dem Graben nach Gold oder Öl aus den Tiefen der Erde, oder ein Gefecht mit zwanzig Rittern im Mittelalter.

Wechselnde Wetterbedingungen wie Regen oder Gewitter, aber auch Erdbeben, Vulkanausbrüche oder Drachen sind nur einige Optionen, die jedem Spiel hinzugefügt werden können.

"Clonk" kann entweder alleine oder aber auch mit mehreren Spielern über das eigene Heimnetzwerk bzw. das Netz gespielt werden. Auf Standalone-PCs können an einer Tastatur bis zu vier Personen gleichzeitig im Split-Screen-Modus spielen.

Objekte und Szenarien selbstgestrickt

Als besonderes Extra bietet "Clonk" die Möglichkeit, neben eigenen Welten auch selbstkreierte Objekte in das Spiel einzubinden.

Im Entwicklermodus können neue Missionen, Fahrzeuge, Geräte, aber auch Pflanzen und Lebewesen in einer eigenen Skriptsprache programmiert werden.

Zuvor müssen sie jedoch Pixel für Pixel in einem Bildbearbeitungsprogramm gezeichnet werden.

Im Netz hat sich eine Community zusammengefunden, auf deren Websites neue Objekte und Szenarien zum kostenlosen Download angeboten werden.

Der Entwicklermodus: Hier ein Ausschnitt aus einem C4Script und der liebevoll gestalteten Pixelgrafik für die Animation eines Katapults.

"Offene Struktur hielt 'Clonk' am Leben"

Aus einem Hobby vor zehn Jahren während seiner Schulzeit wurde "Clonk" für den Programmierer Matthes Bender aus Bremen zu einem Teil seines Berufes - mit seiner eigens dafür gegründeten Ein-Person-GmbH "RedWolf Design".

Neben der Entwicklung dieses Spiels widmet er sich derzeit u.a. der Visualisierung und Animation in Konstruktion und Schiffbau.

Alleine hätte er dieses Projekt aber nicht in diesem Umfang entwickeln können.

"Das Team aus freien Mitarbeitern um 'Clonk' setzt sich aus erfahrenen 'Clonkern' [also Spielern] zusammen, die seit Jahren in der Spielergemeinschaft aktiv sind, und das Spiel heute mindestens genauso gut kennen, wie ich als ursprünglicher Autor", so Matthes Bender.

"Was 'Clonk' über diese langen Jahre am Leben gehalten hat, ist vor allem seine offene Struktur, die es engagierten Spielern ermöglicht, selbst Erweiterungen für das Spiel zu schreiben und im Internet zu veröffentlichen."