Yahoo einigt sich mit Dissidenten
Außergerichtliche Einigung erzielt
Der US-Internet-Konzern Yahoo hat am Dienstag bekanntgegeben, sich mit den beiden regimekritischen chinesischen Journalisten Shi Tao und Wang Xiaoning geeinigt zu haben, die das Unternehmen im April und im Juni 2007 in den USA geklagt hatten, nachdem Yahoo Hongkong ihre Nutzerdaten an die chinesischen Behörden ausgeliefert hatte.
Die chinesische Justiz hatte die Dissidenten, die demokratiefreundliche Texte über Yahoo-Systeme versandt hatten, aufgrund des ausgelieferten Materials zu jeweils zehn Jahren Haft verurteilt. Ihre US-Anwälte sagten, sie seien in den chinesischen Gefängnissen gefoltert worden.
Bedingungen bleiben geheim
Die Bedingungen, unter denen die außergerichtliche Einigung erfolgte, wurden nicht bekannt. Yahoo übernimmt aber die Gerichtskosten für die beiden Kläger und eines ihrer Familienmitglieder. Die drei waren von der Washingtoner Bürgerrechtsorganisation World Organization for Human Rights vor US-Gerichten vertreten worden.
Yahoo-Chef Jerry Yang und sein Chefjurist Michael Callahan hatten sich in der vergangenen Woche anlässlich einer Anhörung im US-Kongress noch für das Vorgehen ihrer Firma verteidigt. Man habe sich an die chinesischen Gesetze gehalten. Gleichzeitig hatten sich Yang und Callahan aber bei der Mutter von Shi Tao entschuldigt.
(AP | futurezone)
