25.06.2004

ANFANG

WLAN-Patentklage gegen Cisco

Eine kleine kanadische Firma brachte am Mittwoch in Kanada eine Klage gegen Cisco, Hersteller von Netzwerkprodukten, ein. Darin beschuldigt Wi-LAN Cisco unlizensiert Wi-LAN-Technologie in seinen Produkten Linksys und Aironet einzusetzen.

Die Firma hat 1994 in den USA und Kanada verschiedene Patente für Orthogonal Frequency Division Multiplexing Technologie [OFDM] erhalten, die Wi-LAN als Grundlage für die WLAN-Standards 802.11a und 802.11g ansieht. Weiters glaubt die Firma, das dies auch auf den kommenden Standard 802.16a und 802.16e [WiMAX] zutrifft.

Der Vizepräsident von Wi-LAN, Ken Wetherell, will seine Patentansprüche auf die gesamte Branche ausdehnen. Man habe bisher keine Ansprüche gestellt, weil man die Entwicklung des Marktes nicht verlangsamen wollte. Jetzt, wo die Technologien fix eingeführt sind, müsse Wi-LAN sein geistiges Eigentum schützen.

Eigenes WiMAX-Produkt 2005

Die Firma will laut Wetherell vor allem von den Chipherstellern Lizenzzahlungen. Zwar produziert Cisco keine Chips, kaufte aber vor einiger Zeit den kleinen Funkchip-Hersteller Radiata, den Wi-LAN bereits im Jahr 2000 verklagt hatte.

Der Fall wurde nach kurzer Zeit fallen gelassen, als feststand, dass Radiata keine Produkte zu verkaufen hat. Cisco habe damals angeben, dass es keine Absicht habe, derlei Produkte in Kanada zu verkaufen oder zu bewerben, so Wetherell. Cisco hat den Geschäftsbereich von Radiata mittlerweile geschlossen, nutzt aber die WLAN-Standards in seinen Produkten.

Laut Angaben hat Philips bereits eine Lizenz-Vereinbarung mit Wi-LAN für seine 802.11a/g-Chipsets unterzeichnet, Fujitsu America zahlt für neuer Chips der kommenden WiMAX-Technologie. Zudem hat Wi-LAN vor kurzem 17 Patente gekauft, die laut Wi-LAN ¿notwendig für die Implementierung von WiMAX¿ sind.