18.06.2004

ÖSTERREICH

Bereits 13.000 Raubkopien beschlagnahmt

Heuer sind bereits mehr als 13.000 Film-Raubkopien in Österreich beschlagnahmt worden, über 50 Verfahren gegen vermeintliche Filmpiraten sind derzeit anhängig.

Das gab der im Vorjahr gegründete "Verein für Anti-Piraterie der Film- und Videobranche" [VAP] in einer Aussendung bekannt. Anlass war der Fall des 17-jährigen Oberösterreichers, dem vorgeworfen wird, Hunderte Filme aus dem Internet heruntergeladen und dann verkauft zu haben.

Das sei kein Einzelfall, so der Generalsekretär des VAP, Andreas Manak: "Wir kämpfen auf einer breiten Front gegen Raubkopierer. Wir verfolgen sie im Internet, sei es in Newsgroups, Tauschbörsen oder auf Auktionsplattformen, wir verfolgen Piraten-Server und -Websites und wir verfolgen auch Anbieter von Raubkopien auf Flohmärkten. Unser Ziel ist es, sämtliche Vertriebskanäle von Film-Raubkopien zu unterbinden."

Noch nicht ausjudiziert

Aus Sicht der Rechteinhaber, die Manak vertritt, ist nicht nur das Anbieten von geschützten Inhalten, sondern auch das Herunterladen strafbar.

Eine Privatkopie sei nämlich nur dann zulässig, wenn damit die normale Verwertung nicht beeinträchtigt und die Interessen des Rechteinhabers nicht verletzt werden.

Ein Download von offensichtlichen Raubkopien, wie etwa einem Film, der gerade erst in den Kinos angelaufen sei, sei genauso illegal wie die Herstellung einer Raubkopie auf CD oder DVD, so Manak.

Doch da die Download-Rechtslage im Gesetz nicht eindeutig definiert ist und bisher noch kein Urteil in diesem umstrittenen Punkt gefällt wurde, gehen die Meinungen der Juristen in punkto der Recht- bzw. Unrechtmäßigkeit von Downloads auseinander.

Razzia bei "Housing-Provider"

Erst im Mai hatte die Wiener Wirtschaftspolizei auf Antrag der VAP eine Hausdurchsuchung bei mos.at, einem "Housing-Provider", durchgeführt.

Dabei wurden fünf Server und zwei Workstations, auf denen sich illegale Filmkopien befanden, vom Netz genommen. Auf derartigen Servern liegt laut VAP das Ausgangsmaterial für Film-Raubkopien, die auf Flohmärkten angeboten werden.

In der Piraten-Szene herrscht der VAP zufolge seit der Razzia Aufruhr, es besteht angeblich bereits "Mangel" an aktuellen Filmen für Downloads.