Virtuell mit den Philharmonikern spielen
Wer schon immer in einem professionellen Orchester mitspielen wollte, ohne vorher seine musikalischen Fähigkeiten in langwierigen Auswahlverfahren beweisen zu müssen, bekommt mit einer neuen Software die Gelegenheit dazu.
Die Software "In the Chair" ist eine Mischung aus Karaoke-Maschine und Flugsimulator und wurde von den australischen Entwicklern von Digital Monkey in Zusammenarbeit mit dem Adelaide Symphony Orchestra erstellt.
Das Programm ermöglicht es, bequem von zu Hause aus seine Lieblingssymphonie am eigenen Musikinstrument unter der professionellen Anleitung eines Dirigenten und mit Orchesterbegleitung zu trainieren.
Über Breitbandverbindung soll man sich des Weiteren direkt in die Orchesterproben einklinken und "mitspielen" können.
Üben mit Spaß
"Vom ersten Tag an fühlt man sich wie ein Profi-Musiker eines
berühmten Orchesters", verspricht David Evans, Chef von Digital
Monkey. So soll das stundenlage harte Üben zu Hause mit Spaß
verbunden werden.
Digital MonkeyStrenge Beurteilung
Doch "In The Chair" ist kein weiteres Computerspiel, das Adelaide Symphony Orchestra hofft damit die Ausbildung junger Musiker zu fördern und gleichzeitig Geld in die recht leeren Orchesterkassen zu spülen.
Der Symphonie-Simulator unterscheidet sich von herkömmlicher Musiksoftware dadurch, dass er nicht Midis, sondern den echten Klang eines akustischen Instruments über ein Mikrofon, das an die Soundkarte angeschlossen wird, bearbeitet.
Der eingespielte Sound wird auf Tonhöhe, Lautstärke, Takt und akustische Qualität analysiert und mit einem idealen Konzertauftritt verglichen.
Prompt folgt dann eine strenge Beurteilung der einzelnen Komponenten.
Für Anfänger wie Fortgeschrittene
In verschiedenen Schwierigkeitsstufen können Anfänger wie
Fortgeschrittene jeweils das Original oder eine vereinfachte Version
des jeweiligen Stücks mit dem virtuellen Orchester einüben.
Kurze Videos aus New-Beiträgen über "In The Chair"Suche nach Partner-Orchestern
Derzeit wird die Software "In The Chair" von Musikstudenten und Schülern getestet, das Adelaide Symphony Orchestra und Digital Monkeys sind zudem auf der Suche nach Partner-Orchestern in den USA und Europa, die ihre Aufnahmen für die Software zur Verfügung stellen.
"Wenn wir Inhalte von zum Beispiel den New Yorker Philharmonikern bekämen, könnten wir unser Programm damit attraktiver machen und bewerben", so Chris Matters, Manager des Adelaide Symphony Orchestra.
Ob auch die Wiener Philharmoniker bereits angesprochen wurden bzw. über eine Beteiligung an dem Projekt nachdenken, ist nicht bekannt.
Die Software soll ab Anfang 2005 im Handel erhältlich sein, der Preis steht noch nicht fest.
Man wolle jedoch günstige Lizenzierungsmöglichkeiten für Musikschulen und deren Studenten anbieten, so Matters.
Adelaide Symphony Orchestra zur Software [pdf]
