13.06.2004

MATRIX FORUM

Freundschaftsnetze für Freundesfreunde

Es heißt, über sechs Ecken kenne jeder jeden. Ob das auch wirklich stimmt, lässt sich jetzt mit einer neuen Generation digitaler Communities ausprobieren: Webseiten wie Friendster.com vernetzen Menschen mit ihren Freunden und Freundesfreunden und erlauben dabei das einfache Navigieren durch das erweiterte persönliche Umfeld.

Friendster.com wurde vor gut einem Jahr als Dating- und Bekanntschafts-Plattform gestartet. Die Idee: Partnersuchende sollten sich nicht mehr durch eine Unmenge anonymer Kontaktanzeigen wühlen, sondern im erweiterten persönlichen Bekanntenkreis Gleichgesinnte entdecken. Das hilft dann auch, beim ersten Date die peinlichsten Momente des Kennenlernens zu umschiffen, meint Friendster-Sprecherin Lisa Kopp: "Es gibt sofort eine Verbindung und etwas, worüber du dich unterhalten kannst."

Soziale Netze

Das von Friendster genuztzte Prinzip des Verlinkens von Freunden und Freundesfreunden wird heute auch gerne als soziales Netz bezeichnet. Längst geht es dabei nicht mehr nur um das Verkuppeln Web-surfender Singles. So nutzt das im Silicon Valley ansässige Unternehmen "LinkedIn" soziale Netzwerke dazu, Geschäftswelt-Insidern beim Herstellen neuer Kontakte und bei der Jobsuche behilflich zu sein.

Dabei bemüht sich "LinkedIn" um einen professionellen Ansatz und verzichtet beispielsweise auf Bilder im Rahmen persönlicher Profile. Außerdem ist das Kontaktieren eines anderen Netzwerk-Mitglieds nur über persönliche Empfehlungen möglich. Anders hätte man es nie geschafft, Business-Insider wie den Netscape-Gründer vom Nutzen des Angebots zu überzeugen, glaubt man bei "LinkedIn".

Angst vor Datenschutz-Missbrauch

Während soziale Netzwerke in den USA bereits sehr populär sind, begegnen viele Nutzer in Europa ihnen mit Skepsis. Für Besorgnis sorgen vor allen Dingen Datenschutz-Aspekte.