10.06.2004

RING FREI

Boxende Roboter auf Europa-Tournee

Roboter-Boxen zählt in Japan zum studentischen Volkssport, und den wollen die Jungforscher jetzt auch nach Europa exportieren.

Im Rahmen einer einwöchigen Deutschlandtour besuchen die Gewinner des diesjährigen "Robo-one"-Wettkampfs von der Kyushu-Universität [Fukuoka] diese Woche die Universitäten Darmstadt, Frankfurt und Kaiserslautern.

Die rund 40 Zentimeter großen, menschenähnlichen Kämpfer schlagen sich zwar keine blauen Augen, was das Imponiergehabe angeht, stehen sie ihren menschlichen Vorbildern aber um nichts nach.

Muskelschau und Siegesposen

Der japanische Champion "2325-RX" hat witzige Gesten im Repertoire: die Siegerfaust über dem Kopf oder das Bodybuilder-Muskelspiel vor der Brust.

Im Kampf an der Technischen Universität Darmstadt am Dienstag blieb er anfangs aber hinter den Erwartungen.

Einmal verfehlte die rechte Hand ihr Ziel, und der Metall-Fighter wurde vom eigenen Schwung von den Füßen geholt. Sein Gegner fiel vor Schreck gleich mit um.

Allerdings konnten sich beide aus eigener Kraft wieder aufstellen - bereits diese Fertigkeit sorgte bei den fachkundigen Studierenden im Publikum für ein anerkennendes Raunen.

Herausforderung für humanoide Bots

Was für den Menschen selbstverständlich ist, stellt für humanoide Roboter eine riesige Herausforderung dar: gehen, das Gleichgewicht halten, Stiegen steigen.

Etliche Motoren müssen koordiniert werden, um die menschlichen Bewegungen halbwegs nachzuahmen. Deshalb sind die Kampfroboter auch nur eine Armlänge groß, denn jeder zusätzliche Zentimeter erschwert die Bedingungen.

"Mit dem Wettbewerb locken wir die Studenten in die Forschung", erläutert Professor Motoji Yamamoto.