Beatles öffnen sich der Online-Musik
Vertreter der Beatles sind derzeit in Gesprächen mit mehreren Online-Musikanbietern.
In der Branche wird das als wichtiger Schritt in Richtung Legitimation von Online-Musikdownloads gesehen. Die Beatles hatten sich bis dato allen Versuchen widersetzt, ihre Musik online anzubieten.
Das Fehlen von Hits wie "Let it Be" und "Yesterday" wird tatsächlich als eine der Schwächen von Online-Musikstores angesehen, die sich ansonsten mit Datenbanken jenseits der 300.000 Songs rühmen.
Vertreter der Beatles haben bereits mit mehreren Unternehmen Kontakt aufgenommen. Favorisiert wird dabei Microsofts MSN, das noch im Spätsommer mit einem eigenen Online-Musikangebot auf den Markt kommen will.
Deal muss von EMI abgesegnet werden
Obwohl direkte Vertreter der Beatles die Lizenzverhandlungen
führen, muss der Deal erst von EMI abgesegnet werden. Das
Unternehmen besitzt derzeit die Rechte an den Master-Aufnahmen und
muss in jedes Abkommen eingebunden werden. EMI hat angeblich seit
Jahren versucht, die Band dazu zu überreden, eine
Online-Distribution zu erlauben.
Apple feilt an iTunes-EuropastartRhapsody, iTunes und Napster interessiert
"Seit dem letzten Jahr wagen sich endlich führende Künstler in den Online-Bereich vor", kommentiert der erfahrene Entertainment-Anwalt Jay Cooper. "Wenn die Beatles die Erlaubnis zur Online-Distribution geben würden, wäre das eine große Sache."
Neben MSN sind noch RealNetworks Rhapsody, Apples iTunes und Roxios Napster stark daran interessiert, Beatles-Aufnahmen zu lizensieren.
"Wir waren stets überzeugt, dass Künstler Online-Musik als eine zwingend notwendige Distributionsform sehen werden", meint Evan Harrison, Chef von Time Warners AOL Music. "Wir sind in der Anfangsphase von etwas, das sicherlich ein boomendes Business werden wird."
Apple versus Apple
In der Zwischenzeit führt Apple seinen Rechtsstreit mit den
Beatles weiter. Deren Produktionsfirma Apple Corp. wurde 1968
gegründet - in einer 1991 getroffenen Vereinbarung wurde festgelegt,
dass Apple Computer seinen Markennamen nur in Verbindung mit
Rechnern und Peripherie verwenden dürfe.
Apple gegen Apple wieder vor GerichtAuslöser iTunes
Als der Computerkonzern jedoch begann, für iTunes Werbung zu machen, wurde die Rechtsabteilung der Beatles aktiv.
Erst kürzlich hat Apple Computer seinen Wunsch aufgeben müssen, die Gerichtsverhandlungen dazu in Kalifornien statt in Großbritannien zu führen. Der Vertrag war ursprünglich in den USA unterzeichnet worden.
