08.06.2004

NACHBARPLANET

Erste ESA-Mission zur Venus

Mit dem seltenen Himmelsphänomen "Venustransit" [Venus zieht als schwarzer Punkt vor der Sonne vorbei] tritt nach dem Mars nun der zweite Nachbarplanet der Erde in den Mittelpunkt des Interesses.

Das gilt auch für die Raumfahrt, Ende Oktober 2005 startet die erste europäische Sonde zur Venus. Projektleiter ist - wie schon bei "Mars-Express" - der Österreicher Rudolf Schmidt.

Das ist kein Zufall, denn bei "Venus-Express" handelt es sich quasi um eine Recycling-Mission, die nicht nur die gleiche Grundkonstruktion wie "Mars Express" verwendet, sondern auch etliche für die Mars-Sonde sowie die Kometen-Mission "Rosetta" gebaute Reserveinstrumente nutzt.

Anflug dauert fünf Monate

Geplanter Start der Sonde ist am 26. Oktober 2005, geflogen wird wieder mit einer russischen Sojus-Rakete von Baikonur [Kasachstan] aus. Das Raumfahrzeug wird fünf Monate bis zur Venus benötigen und soll dann in eine polare Umlaufbahn um den Planeten einschwenken.

Ziel der Mission ist die Untersuchung der Atmosphäre und Ionosphäre des Nachbarplaneten. Es soll auch geklärt werden, warum die Venus so langsam rotiert und ein so schwaches Magnetfeld hat.

Eine Landeeinheit ist bei "Venus-Express" nicht vorgesehen.

Die Missionsdauer ist für 500 Erdentage angelegt, was - auf Grund der langsamen Eigendrehung des Planeten - nur rund zwei Venus-Tagen entspricht.

Der letzte Besuch eines Raumfahrzeugs bei der Venus liegt schon einige Zeit zurück, von 1990 bis 1994 lieferte die US-Sonde "Magellan" Daten von dem Planeten.