KPN gibt Übernahmeversuch auf
Telekom-Konzern KPN glaubt nach Aussagen seines Chefs nicht mehr an einen Erfolg des Übernahmeangebots für den britischen Mobilfunkanbieter mmO2.
"Wir glauben nicht, dass es jemals geschehen wird", sagte KPN-Chef Ad Scheepbouwer. Zu KPN gehört der deutsche Mobilfunkanbieter E-Plus, zu mmO2 die Konzerntochter O2 Deutschland.
KPN hatte für mmO2 im Februar ein Übernahmeangebot im Wert von rund 9,3 Milliarden Pfund vorgelegt, das die Briten jedoch ablehnten. KPN hatte bereits zuvor erklärt, das Angebot nicht zu erhöhen. Nach den Worten Scheepbouwers will sich der Konzern nun auf sein bestehendes Geschäft konzentrieren und Überschüsse an die Aktionäre ausschütten.
Keine weiteren Angebote
Scheepbouwers sagte, das größte Hindernis sei gewesen, dass das
mmO2-Board eine Übernahmeprämie erwartet habe, die jedoch nicht
gerechtfertigt gewesen sei. Nach dem Angebot im Februar war der Kurs
der mmO2-Aktie um rund 30 Prozent gestiegen, wobei die Investoren
darauf setzen, dass weitere Interessenten Angebote vorlegen würden.
Diese blieben jedoch aus.
KPN "gut ins Jahr gestartet"Aktienkurse wieder gesunken
Der Kurs des Unternehmens ist seitdem wieder um 15 Prozent gesunken. Der Kurs der KPN-Aktien ist seit Februar um zehn Prozent gesunken - und damit auch der Wert der Aktien, mit denen das Unternehmen die Übernahme zu großen Teilen finanzieren wollte.
"Einige denken, dass vier Anbieter in Deutschland überleben können, und das wird vielleicht der Fall sein", sagte Scheepbouwers. KPN und mmO2 sind die beiden kleinsten Anbieter auf dem deutschen Markt, der von der DT-Tochter T-Mobile und Vodafone dominiert wird.
