Österreich soll "Stromsparmeister" werden

energie
29.10.2007

In Salzburg wurde am Montag die Initiative "Stromsparmeister" vorgestellt, die auf den hohen Stromverbrauch alter Elektrogeräte aufmerksam machen soll.

In keinem anderen Land der EU sind angeblich so viele alte Haushaltsgeräte in Betrieb wie in Österreich. Die Zahl der jährlich verkauften Neuprodukte steigt langsamer als jene der Haushalte.

Würden die alten Geräte durch neue, energieeffiziente ausgetauscht, könnte sich jeder Haushalt bis zu 25 Prozent der Energiekosten - bis zu 150 Euro jährlich - sparen.

Beitrag zum Klimaschutz

Ein 16 Jahre alter Kühlschrank benötige etwa 276 kWh pro Jahr, ein neuer nur noch 85 kWh, rechnete Umweltminister Josef Pröll [ÖVP] bei der Präsentation vor. Die jährlichen Stromkosten würden knapp 47 bzw. rund 14,50 Euro betragen.

Pröll wies auch darauf hin, dass die Aktion ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz werden könnte. Etwa ein Drittel des CO2-Ausstoßes werde von den Haushalten verursacht.

Haushaltsgeräte im Bereitschaftsmodus verbrauchen laut EU etwa so viel Strom wie ganz Ungarn - die Kommission will Stand-by deshalb sparsamer machen.

Energiesparbuch für alle Haushalte

Im Rahmen der Initiative erhalten nun alle Haushalte ein Energiesparbuch zugesandt. In dieses können die Wohnungsinhaber sämtliche Haushaltsgeräte eintragen und dann zu einem der rund 500 beteiligten Betriebe aus dem Elektrohandel gehen.

Dieser errechnet Stromverbrauch und Kosten und stellt dem die Differenz zu entsprechenden Neugeräten gegenüber. Skeptiker können sich auch einen Energiemesser ausleihen und daheim selbst den Verbrauch der einzelnen Geräte messen.

Der Unterschied beim Kaufpreis zwischen einem Topgerät und einem Produkt mit höherem Stromverbrauch liege bei 22 bis 30 Prozent, sagte Wolfgang Krejcik, der Obmann des Bundesgremiums Elektrohandel, die Mehrkosten hätten sich aber schon nach wenigen Jahren amortisiert.

Eine eigene Website listet für jede Kategorie die besten zehn bis 30 Produkte in einem Ranking - objektiv und markenneutral, wie die Initiatoren beteuerten.

(APA)