"Schlaue" Wolle gegen kalte Füße
Wer im Winter ständig über kalte Füße klagt, soll demnächst seinen Füßen richtig einheizen können.
Ein Hersteller in Neuseeland hat in Zusammenarbeit mit einer australischen Wollfirma eine "schlaue" Wolle entwickelt.
Dabei wurde in einen normalen Wollfaden eine leitende Faser eingearbeitet, die mit Energie versorgt den Füßen einheizt. Durch das Verstricken bildet die Faser eine Art Gespinst, das ausreichend Widerstand erreicht, um aufgeheizt werden zu können. Die Eigenschaften der Wolle sollen dabei erhalten bleiben.
Die Energie für die Wärmeproduktion kommt aus einer kleinen Batterie, die entweder direkt in die Socke eingearbeitet wird oder für sportliche Aktivitäten, wie etwa Skifahren, in den Schuh integriert wird.
Die Wolle wurde von Canesis Network in Zusammenarbeit mit Australian Wool Innovation entwickelt. Die ersten Socken sollen nächstes Jahr auf den Markt kommen.
Elektronik zum AnziehenKein Stromschlag bei Schweiß
Die Socken können zwischen drei und vier Stunden Hitze erzeugen. Stewart Collie von Canesis ist aber überzeugt, dass die Träger die Socken nur periodisch einheizen lassen, da die dadurch erzeugte Wärme ohnedies in den Schuhen gespeichert wird.
Durch die geringe Spannung der verwendeten Batterie sollen die Socken auch bei nassen Füßen sicher in der Anwendung sein und nicht etwa Stromschläge auslösen. Allein die Heizleistung könnte sich durch Schweiß etwas verringern.
Neben Socken planen die beiden Hersteller aber noch andere Textilien aus der heizbaren Wolle zu erzeugen. Eine Möglichkeit sehen sie in der Erzeugung von Decken, die durch die Wolle ohne Metalldraht im Produkt selber auskommen. Nur für die Stromversorgung bedarf es, ähnlich wie bei Heizdecken, einer externen Stromversorgung.
Canesis will zudem noch andere "intelligente" Textilien auf den Markt bringen, wie Kleidungsstücke, die leuchten oder auf ihre Umwelt reagieren, indem sie sich bei Kälte aufplustern und bei Hitze durchlässiger werden.
CanesisVon der Lotion zum Leucht-BH
Kleidungsstücke werden bereits seit einiger Zeit mit immer mehr Zusatzfunktionenen versorgt.
ICI, auch als Hersteller von Dulux-Farbe bekannt, integriert mit der Sensory-Perception-Technologie [SPT] Gerüche wie Deodorants, Anti-Gelsenmittel, aber auch Pflegemittel wie Feuchtigkeitslotionen in das Gewebe.
Mit Duftstoffen versehene Stoffe unterscheiden sich im Aussehen nicht von anderen Materialien. Der Unterschied besteht lediglich in kleinen, in wasserfeste Partikel eingebauten Tröpfchen, die durch Bewegung oder Berührung aktiviert werden.
Ebenfalls auffällig, wenn auch nicht geruchssensorisch, ist Luminex, ein Stoff aus Glasfasern, der mit einer kleinen Batterie in den verschiedensten Farben zum Leuchten gebracht wird.
In Luminex sind kleinste Microchips verarbeitet, die auch dieses Gewebe in ein "intelligentes" Material verwandeln, das auf Einflüsse wie den Herzschlag und Körpertemperatur oder auf Umweltstimuli reagieren kann.
"Intelligente" Socken stinken nicht
