Österreichische Firmen und Open Source
Eine österreichweite Studie über den Einsatz von Software in Österreichs Unternehmen ergibt ein interessantes Bild mit überraschenden Details.
Etwas mehr als die Hälfte der befragten 900 Unternehmen aus allen Bereichen der Wirtschaft hat freie Software in irgendeiner Form bereits im Einsatz. Das kommt - angesichts der in der Studie ebenfalls dokumentierten hohen Akzeptanz von Linux im Serverbereich - nicht ganz überraschend.
Interessanterweise aber gab etwa ein Drittel der Open-Source-Anwenderfirmen an, freie Software auch auf dem Desktop zu verwenden. Welche Programme damit gemeint sind, präzisieren die Antworten auf den nächsten Punkt: 44 Prozent der Unternehmen gaben an, freie Software im Office-Bereich zu verwenden.
Open Office als Türöffner
"Ohne Open Office gäbe es Linux in dieser Breitenwirkung in Unternehmen nicht", sagte Studienautor Rainer Lischka im Eröffnungsreferat der Linuxwochen Wien am Mittwoch.
Das freie Office-Paket sei mittlerweile eine Art Türöffner für den Linux-Pinguin bei jenen Unternehmen Österreichs geworden, die noch über keinerlei Erfahrungen mit freier Software im Serverbereich verfügten.
Die wichtigste Schlussfolgerung für Lischka: "Es besteht weiterhin massiver Informationsbedarf bei den Firmen." Ein überraschend hoher Anteil der Unternehmen hatte angegeben, mit dem Begriff "Open Source" schlicht nichts anfangen zu können.
Als größter Nachteil von Open-Source-Produkten wird übrigens der "Mangel an qualifiziertem Personal" gesehen. Die komplette Studie wird bei Lizenzfrei.at gratis Ende dieser Woche zum Download erhältlich sein.
Lizenzfrei.atMigrationsstudie in Wien
Im Anschluss gab Robin Weissenberger vom Magistrat Wien, wo die Möglichkeiten des verstärkten Einsatzes von freier Software gerade untersucht werden, Einblick in Migrationsprobleme und Sparpotenziale in einem Netzwerk mit 13.000 PCs.
Als härteste Nüsse in der Untersuchung, die noch bis Ende Juni läuft, erwiesen sich keineswegs Office-Anwendungen, sondern andere MS-Programme, namentlich die Groupware-Funktionen von Microsoft Exchange. Für die im Magistrat sehr zahlreich vorhandenen Anwendungen mit MS-Access-Systemen konnten bis jetzt noch keine akzeptablen Migrationsstrategien entwickelt werden.
Linux und FreeBSD werden am Magistrat Wien bis jetzt vor allem im Serverbereich eingestzt, etwa 100 Maschinen sind in Betrieb. Die Migrationsstudie soll Ende Juni abgeschlossen sein.
