Gewerkschaft kritisiert One-Kündigungen
Auf die Kündigungswelle beim Mobilfunker One meldet sich nun auch die Gewerkschaft für Privatangestellte [GPA] in einer Aussendung zu Wort.
"Die jüngsten Kündigungen in der österreichischen Telekommunikationsbranche und die Diskussion über möglichen weiteren Personalabbau bei Anbietern zeigen ein getrübtes Bild einer Branche, in der die Verantwortung für MitarbeiterInnen offenbar verloren gegangen ist", so der Geschäftsbereichsleiter der GPA, Karl Proyer.
"Anstatt die Folgen eines ruinösen Preiswettkampfes auf dem Rücken der Beschäftigten auszutragen, wären in dieser Phase kreative Lösungen zur Sicherung von Beschäftigung in der Branche gefragt. So wird die GPA bei den nächsten Kollektivvertragsverhandlungen die Frage nach einer Arbeitszeitverkürzung aufs Tapet bringen", so Proyer.
Nachdem One angekündigt hatte, ein Fünftel seiner Belegschaft kündigen zu wollen, schloss auch der größte Mobilfunker, die mobilkom austria, ähnliche Maßnahmen nicht aus.
"Massaker bei Mobilfunkern geht weiter"Umschulung und Weiterbildung
Für Proyer besteht in der Verkürzung der Wochenarbeitszeit die Möglichkeit, Beschäftigung zu sichern. Auch intensivere Bemühungen zur Weiterbildung und Umschulung von Beschäftigten etwa über eine Branchenstiftung kann sich Proyer vorstellen.
"Offenbar haben die Unternehmen in der Phase des Netzauf- und -ausbaues den Beschäftigtenstand ohne einen Gedanken auf nachhaltige Beschäftigungssicherung ausgebaut, um sie jetzt wieder auf die Straße zu setzen. Das hat nichts mit Verantwortungsbewusstsein für die Beschäftigten und schon gar nichts mit gesamtwirtschaftlicher Verantwortung zu tun", so Proyer weiter.
Die GPA hat gemeinsam mit der GPF [Gewerkschaft der Post- und Fernmeldebediensteten] für über 5.000 Beschäftigte in den alternativen Telekom-Unternehmen im Jahr 1997 einen eigenen Kollektivvertrag abgeschlossen, in dem die Regelarbeitszeit mit 40 Stunden auf Grund der Aufbauphase der Unternehmen festgelegt wurde.
GPA Kollektivvertrag
