Quantenkryptographie wird umgesetzt
Vor kurzem wurde anhand einer Banküberweisung gezeigt, dass die prinzipiell abhörsichere Verschlüsselung via Quantenkryptographie funktioniert - jetzt wird an der Umsetzung gearbeitet.
Das von der EU mit 11,4 Mio. Euro geförderte Projekt "SECOQC" wird dabei von den Austria Research Centers [ARC] Seibersdorf geleitet. Insgesamt nehmen daran 41 Partner aus zwölf Ländern teil. Unter anderem soll dabei die Technologie an bestehende Glasfasernetze angepasst werden, so Christian Monyk von den ARC.
Heute verwendete Verschlüsselungsmethoden setzen auf komplizierte mathematische Modelle, die aber doch irgendwie geknackt werden können. "SECOQC" baut auf Grundlagenforschungen des Experimentalphysikers Anton Zeilinger von der Universität Wien mit so genannten verschränkten Photonen auf.
Dabei werden zwei Lichtteilchen [Photonen], die an einem Ort erzeugt werden, in verschiedene Richtungen geschickt. Durch das Quantenphänomen der Verschränkung bleiben diese Teilchen stets miteinander verbunden, wie weit sie sich auch von einander entfernen.
Überweisung via QuantenkryptographieBestehende Technologien nutzen
Bei der ersten Überweisung eines Geldbetrages mittels Quantenverschlüsselung musste noch extra ein spezielles Glasfaserkabel zwischen den beiden Orten verlegt werden. Im Rahmen ihres Projekts wollen die Seibersdorfer Wissenschaftler unter anderem dafür sorgen, dass das in Zukunft nicht mehr nötig ist.
Dazu muss die Übertragung der verschränkten Teilchen im infraroten Bereich [1.550 Nanometer] möglich werden. Bisher schafften die Forscher das bei 800 Nanometer und dafür bedarf es spezieller Kabel.
"Letztendlich geht es darum, die relativ neue Technologie mit aller dahinter stehender Hard- und Software zu fertigen Lösungen zu machen, die dann verkauft werden können", meint Monyk. Der Experte schätzt, dass das bis etwa 2008 der Fall sein könnte.
