T-Online will kaufen und wachsen
Der kurz vor dem Börsengang stehende Provider T-Online schreibt schwarze Zahlen. Das sagte der Vorstandschef des Unternehmens, Wolfgang Keuntje, in einem Interview mit der Finanzzeitung "Euro am Sonntag".
Wichtiger als die aktuelle Gewinnlage seien jedoch die Wachstumsaussichten, betonte Keuntje. Die 200.000 bis 250.000 Neukunden monatlich zeigten, dass die Tochter der Deutschen Telekom gut positioniert sei.
T-Online, schon jetzt der größte Provider Europas, will sowohl durchs eigene Geschäft als auch durch Firmenzukäufe weiter kräftig wachsen. Laut Vorstandschef Keuntje verschafft der Börsengang dem Unternehmen durch den direkten Erlös auf der einen und die Aktien auf der anderen Seite "gleich doppelt Mittel für Akquisitionen".
T-OnlineDas Geld soll in den weiteren Ausbau des E-Commerce investiert werden. Der Beitrag der E-Commerce-Aktivitäten zum Gesamtumsatz sei im Vergleich zu den Einnahmen aus den Zugangsgebühren noch gering.
Mit Blick auf Akquisitionen und Partnerschaften sagte der T-Online-Chef: "Wir wollen mit möglichst vielen Inhalte-Anbietern zusammenarbeiten und nicht ein Medienhaus für eine exklusive Kooperation kaufen."
Dies heiße allerdings nicht, dass in anderen Bereichen wie etwa E-Commerce nicht dazugekauft werde.
T-Online wird am 17. April erstmals am Frankfurter Neuen Markt notieren. Die Bookbuilding-Spanne wurde auf 30 bis 35 Euro festgelegt.
Im Zusammenhang mit dem Börsengang räumte Keuntje ein, dass - ähnlich wie beim Chiphersteller Infineon - nicht jeder Zeichner garantiert eine Zuteilung erhalte.
Die Emissionsmenge sei mit 100 Millionen Aktien zwar sehr groß, bei einer starken Nachfrage und entsprechend hohen Überzeichnung sei aber ein Losverfahren bei der Zuteilung nicht auszuschließen.
