Musikabo vom Internet-Anbieter
Der dänische Landesverband der International Federation of the Phonographic Industry [IFPI] will Internet-Zugänge mit Musikabos verschränken.
"Wir wollen Internet-Anbieter dazu anregen, Netzzugänge gemeinsam mit Musikabos zu verkaufen", sagte Jesper Bay von der dänischen IFPI gegenüber ORF.at.
An eine Pauschalgebühr für Musik-Downloads aus dem Netz in Dänemark, wie sie von zahlreichen Online-Medien kolportiert wurde, sei dabei jedoch nicht gedacht, so Bay.
So war unter anderem im O'Reilly Radar davon die Rede, dass sich die dänische IFPI für eine Flatrate für Musik aus dem Netz stark mache. Auch die deutsche P2P-Nachrichtenplattform Gulli berichtete davon, dass von der dänischen IFPI eine Filesharing-Flatrate erwogen werde.
"Zugang wichtig"
"Unser Vorstoß bezog sich auf Streaming-Abos, die gemeinsam mit Internet-Zugängen verkauft werden können", sagte der IFPI-Manager. Diese würden sich vor allem zum Entdecken neuer Musik eignen.
Untersuchungen der dänischen IFPI hätten ergeben, dass jüngere Publikumsschichten Musik nicht unbedingt besitzen wollen. "Jugendlichen ist jedoch der Zugang zu Musik wichtig", so Bay.
Während in den USA und einigen europäischen Ländern bereits seit längerem Musikabos angeboten werden, sei das in Dänemark noch nicht der Fall, sagte Bay.
Er könne sich vorstellen, dass Online-Musikabos künftig auch von Zeitungen als Ergänzung zu ihrem Kerngeschäft angeboten werden, so Bay: "Es wird viele verschiedene Modelle geben."
Universal will mit Abos Markt aufmischen
Ähnliche Pläne verfolgt auch der Musikkonzern Universal Music. Universal-Chef Doug Morris will, dass Internet-Anbieter und Hardware-Hersteller die Kosten für ein Musikabo übernehmen. Als kostenlose Angebote würden Musikabos auch bei den Endnutzern auf Akzeptanz stoßen, so die Rechnung des Universal-Chefs.
In Frankreich hat Universal Music vor kurzem gemeinsam mit dem Internet-Anbieter Neuf Cegetel ein ähnliches Modell gestartet.
Wenig Akzeptanz für Musikabos
Bisher konnten sich Musikabos, die unter anderem von Napster, dem Microsoft Zune Marketplace und dem RealNetworks-Musikdienst Rhapsody angeboten werden, trotz hoffnungsfroher Prognosen von Branchenexperten nicht durchsetzen.
Zwar können bei vielen dieser Angebote Songs auch auf tragbaren Musik-Playern abgespielt werden. Die Musik ist jedoch kopiergeschützt und nur so lange nutzbar, wie der Kunde zahlt.
Der Branchenexperte Gerd Leonharde führt mangelnde Akzeptanz von Musikabos unter anderem darauf zurück, dass über diese Dienste nur kopiergeschützte Formate angeboten werden.
Er machte sich vor kurzem im Interview mit ORF.at für eine Pauschalgebühr für den Download von Musik aus dem Netz stark. Es werde keine andere Möglichkeit geben, die drei Milliarden Leute in digitalen Netzwerken zum Bezahlen zu bewegen, sagte Leonhard.
