17.05.2004

VORERST

"DRAMs auch künftig Kerngeschäft"

Der deutsche Chiphersteller Infineon prüft weiter strategische Optionen für sein schwankungsanfälliges DRAM-Geschäft, schließt eine komplette Trennung von der Sparte aber inzwischen aus.

"Die DRAMs werden auch künftig Kerngeschäft von Infineon sein", sagte ein Konzernsprecher auf Anfrage. "Die Kunden werden in Infineon auch künftig einen stabilen und verlässlichen Lieferanten für Speicherprodukte haben."

Das Geschäft mit Speicherchips, mit 40 Prozent Umsatzanteil der größte Bereich von Infineon, ist äußerst schwankungsanfällig. Es war der Hauptgrund für die Verluste von über 2,5 Mrd. Euro, die Infineon im Zuge der letzten Halbleiterkrise in den Jahren 2001 bis 2003 anhäufte. Veränderungen in der Sparte scheinen aber auch weiterhin nicht ausgeschlossen.

Spin-Off oder Joint-Venture

"Wir prüfen regelmäßig Möglichkeiten, wie wir uns in unseren Geschäftsfeldern stärken können. Das haben wir in der Vergangenheit getan und das werden wir auch künftig tun", so der Infineon-Sprecher.

In Branchenkreisen hieß es, dies gelte auch für das Geschäft mit DRAMs, selbst wenn ein kompletter Ausstieg nicht zur Diskussion stehe. Denkbar seien etwa die Einbringung in ein Joint Venture oder die Abspaltung im Zuge eines Spin-Off. Der Sprecher wollte sich hierzu nicht äußern.

Bei einem Spin-Off würde aus der DRAM-Sparte ein rechtlich selbstständiges Unternehmen entstehen, an dem Infineon zunächst hundert Prozent halten würde. Angesichts der Ankündigung des Konzerns, den Speicherbereich weiter als Kerngeschäft zu betreiben, dürften die Münchener folglich ihren Anteil zumindest nicht unter die Hälfte sinken lassen.