Sony produziert Video-Walkman
Sony will noch heuer ein tragbares Gerät auf den Markt bringen, das Videos speichern und abspielen kann.
Der Video-Walkman soll auch in der Lage sein, die Videos auf Fernsehgeräte zu übertragen. Erst vor kurzem hat Sony ein MP3-Gerät vorgestellt, das als Konkurrenz zum Apple iPod auftreten soll.
Der MP3-Player "Vaio Pocket" soll in Europa noch heuer auf den Makrt kommen. "Die Videoversion wollen wir so früh wie möglich launchen. Wir wollen sie noch vor 2005 auf den Markt bringen", meint Keiji Kimura, Chef der Sony Vaio-Abteilung.
Markt für portable digitale Geräte
Damit versucht der Unterhaltungsmulti, auch im Markt für portable
digitale Geräte verstärkt Fuss zu fassen. Letzte Woche hat Sony
seinen Online-Musikstore "Connect" geöffnet. Im Juni sollen eigene
Stores für Deutschland, Frankreich und Großbritannien entstehen.
Sony bringt MP3-Player auf den MarktDoch der Online-Musikshop musste bereits in seiner Frühphase Kritik einstecken. Die heruntergeladenen Musikdateien können nur auf Geräten abgespielt werden, die Sonys Verschlüsselungs- und DRM-Standard entsprechen.
"Sony Connect ist zu spät daran, und darüber hinaus zu zuwenig Geräten kompatibel, um erfolgreich zu sein", meint etwa Forrester-Research-Analyst Josh Bernoff.
Sony sieht dies naturgemäß anders. Vor allem die überraschende Übernahme der Online-Marktführerschaft im Musikbereich durch Apple wird vom Konzern heruntergespielt. "Die digitalen Entertainmenttechnologien stehen noch am Anfang, und das Wettrennen mit Apple ist noch lange nicht entschieden", so Kimura.
Teilweise offene Standards
Beim nächsten mobilen Gerät, dem Video-Walkman, will man
zumindest teilweise auf offene Standards setzen. So wird zur
Übertragung der WLAN-Standard 802.11g verwendet, um beispielsweise
Videos zu einem TV-Gerät zu beamen.
Sony DADC integriert Microsoft-DRMVernetzte Geräte
Beim nächsten Layer wird man allerdings wieder proprietär. "In der nächsten Phase gilt es, Digital Rights Management und Content-Nutzungsregeln zu implementieren", so Kimura.
Dazu würde gemeinsam mit Hollywood und der Musikindustrie ein gemeinsamer Standard entwickelt, der der zunehmenden Standard-Fragmentierung in diesem Bereich entgegenwirken soll. Diese Standards sind wichtig, wenn die Elektronikindustrie die User überzeugen will, vom Homeentertainment-System zu vernetzten Produkten zu wechseln.
Künftig sollen mobile Geräte, Computer, TV-Sets und DVD-Rekorder reibungslos zusammenarbeiten können. Doch selbst bei Sony ist man nicht übermäßig optimistisch, das Ziel in kurzer Zeit erreichen zu können. "Für den Normauser ist es immer noch schwierige, vernetzte Produkte zu verstehen". Sony rechnet mit rund drei Jahren, ehe ein Umdenken stattfindet.
