China gegen deutsche Spionagevorwürfe
China hat die wiederholten deutschen Vorwürfe der Internet-Spionage als "gegenstandslos" zurückgewiesen.
China hat neue deutsche Vorwürfe, dass staatliche chinesische Stellen hinter Angriffen auf deutsche Computer steckten, als "gegenstandslos" zurückgewiesen. Das Außenministerium protestierte am Dienstag gegen entsprechende Äußerungen des Vizepräsidenten des Verfassungsschutzes, Elmar Remberg. "Wir sind verwirrt und weisen die gegenstandslosen Anschuldigungen entschieden zurück", sagte ein Sprecher vor Journalisten in Peking. "Wir werden bei der deutschen Seite vorstellig werden und fordern eine Klarstellung."
Erneute Vorwürfe aus Berlin
Auf einer Konferenz über Wirtschaftsspionage in Berlin hatte Remberg gesagt, dass "chinesische Staatsinteressen" hinter den Internet-Angriffen steckten. Bandbreite, Intensität und Struktur der gezielten Attacken ließen auf staatliche Stellen schließen. China sammle politische, militärische und wirtschaftliche Informationen, um seine technologischen Lücken zu schließen, wurde Remberg in deutschen Zeitungsberichten zitiert, auf die sich das chinesische Außenministerium in seiner Reaktion bezog.
Die Vorwürfe wegen Internet-Spionage hatten im August den Besuch von Kanzlerin Angela Merkel in Peking überschattet, nachdem das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" von chinesischen Angriffen mit Spähprogrammen auf Regierungscomputer berichtet hatte. Chinas Regierung hatte damals bereits den Verdacht, dass Chinas Militär dahinterstecken könnte, entschieden zurückgewiesen.
Im Gespräch mit ORF.at erklärte der deutsche Geheimdienstexperte Erich Schmidt-Eenboom, wie die deutsche Bundesregierung beim Armdrücken mit chinesischen Diensten die eigenen Sicherheitsexperten bloßstellt - und welche Aktivitäten deutsche Dienste selbst in China entfalten.
(dpa)
