26.03.2000

SCHISMA

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Kampf um den Hauptspeicher

Die gegenwärtige Hauptspeicher-Technologie gilt als ausgereizt und steht vor der Ablöse.

Als Nachfolgekandidaten für das heute gängige Synchronous Dynamic RAM haben sich "Rambus Direct RAM" und "Double Data Rate DRAM" [DDR-RAM] qualifiziert.

Beide Technologien versprechen die Leistungsfähigkeit des Arbeitsspeichers - und damit des Gesamtsystems - signifikant zu erhöhen. Darin erschöpfen sich die Gemeinsamkeiten zwischen Rambus und DDR-RAM auch fast schon wieder. Die neuen RAM-Technologien spalten die Industrie nämlich in zwei Lager.

Auf der einen Seite stehen Rambus Inc. und Intel, der Entwickler der Technologie und sein finanzkräftiger Proponent. Auf der anderen Seite forcieren AMD, IBM und der Grafikkarten-Hersteller NVIDIA das billigere DDR-RAM.

Rambus ist bereits seit November auf dem Markt und hat damit zumindest zeitlich einen deutlichen Vorsprung im Rennen um die SDRAM-Nachfolge.

Ein Problem für die Verbreitung von Rambus-Speichern stellt aber der Preis dar. Rambus' Direct RAM ist drei Mal teurer als die herkömmlichen Speicher-Bausteine.

Außer Dell liefert daher auch noch kein Computerhersteller Systeme mit Rambus in nennenswerter Stückzahl aus.

DDR-RAM wird zwar erst in der zweiten Jahreshälfte in Masse produziert werden, soll dann aber nur rund zehn Prozent teurer sein als heutige SDRAM-Speicher.

Im Unterschied zur proprietären Rambus-Technologie handelt es sich bei DDR-RAM um einen von verschiedenen Chip-Herstellern gemeinsam erarbeiteten Standard.

Die beiden Speicherwelten werden zumindest vorerst inkompatibel sein. DDR-RAM wird nicht mit Intel-Systemen funktionieren, Rambus kann nicht mit AMD.

Der taiwanesische Hersteller VIA Technologies soll aber bereits an einem Chipset arbeiten, das den Einsatz von DDR-RAM in Verbindung mit Intel-Prozessoren ermöglicht.