Edeka steigt auf SAP um
SAP hat im Wettbewerb um die Installation neuer Unternehmenssoftware beim deutschen Lebensmittelkonzern Edeka die Oracle-Tochter Retek ausgestochen und wirbt nun auch um die Handelsketten Metro und REWE.
Der Vertrag sei der größte Abschluss von SAP in der Handelsbranche, sagte Volker Scheffer, Direktor Business Development bei SAP, am Dienstag vor Pressevertretern. Bisher habe Edeka eine Software-Lösung der Oracle-Tochter Retek genutzt.
Edeka bündle seine Informationstechnologie in einer Tochtergesellschaft und wolle für die Steuerung der Daten- und Warenströme künftig Software von SAP einsetzen. Edeka habe für das Projekt ein Investitionsbudget von rund 200 Millionen Euro veranschlagt. Edeka gilt mit einem Umsatz von 37 Milliarden Euro als größter deutscher Lebensmitteleinzelhändler. Das Unternehmen ist mit 19 Großsupermärkten auch in Österreich vertreten und hält noch 37,5 Prozent an der heimischen Kette ADEG.
Einstieg bei anderen Lebensmittelketten
Dem Vertragsabschluss komme eine große Signalwirkung zu, sagte Scheffer. Edeka folge den Standard-Geschäftsprozessen der SAP-Software. Daher hoffe SAP, mit seiner Software auch bei anderen Handelskonzernen wie Metro und REWE punkten zu können.
In der Handelsbranche sei bisher vor allem von den Unternehmen selbst entwickelte Software im Einsatz. "Wir hoffen, mit diesem Abschluss in die Hochburg der Eigenentwicklungen einbrechen zu können", sagte Scheffer.
SAP konzentriert sich seit längerem auf Kunden im Handel und will das Geschäft mit dieser Branche ausbauen. Ein Bietergefecht um den auf Software für Handelsunternehmen spezialisierten US-Anbieter Retek hatte SAP im Jahr 2005 gegen Oracle verloren. In der vergangenen Woche hatte SAP einen Großauftrag mit dem US-Handelskonzern Wal-Mart bekanntgegeben.
(Reuters | futurezone)
