Mozilla-Projekt präsentiert gute Zahlen

23.10.2007

Mozilla-Chefin Mitchell Baker hat die Zahlen für die Mozilla Foundation und die angeschlossene Corporation für 2006 publiziert. Außerdem zeigt sie, was Mozilla in Sachen Netzvideo vorhat.

Baker gab am Montag die Bilanz der gemeinnützigen Stiftung und der für Marketing und Entwicklung zuständigen Mozilla Corporation bekannt.

Demnach hat Mozilla insgesamt 2006 einen Umsatz von 66.840.850 US-Dollar generiert. Das sind 26 Prozent mehr als 2005. Den Löwenanteil dieses Umsatzes erwirtschaftete Mozilla mit der Integration kommerzieller Angebote in die Suchfunktion des freien Browsers Firefox.

Diese hatten 2005 noch 50,5 Millionen US-Dollar betragen, 2006 wuchsen sie auf 61,5 Millionen US-Dollar. Der größte Anteil dieser Summe, so Baker, komme von Google. Leider ist weder aus Bakers Stellungnahme noch aus den publizierten Zahlen ersichtlich, wie hoch dieser Anteil tatsächlich ist.

Weniger Merchandising, mehr Zinsen

Der Umsatz mit Merchandising-Artikeln sank von 171.329 US-Dollar [2005] auf 94.590 US-Dollar [2006]. Auch mit Dienstleistungen verdiente Mozilla weniger. 2005 brachten sie noch 356.500 Dollar, 2006 nur noch 137.000 Dollar. Es stiegen dagegen die Einkünfte aus Zinsen von 577.351 auf 2.162.756 Dollar.

Die Ausgaben stiegen von acht Millionen Dollar auf 19,8 Millionen Dollar. Davon fielen elf Millionen Dollar auf Software-Entwicklung.

Unterm Strich, so Baker, konnte Mozilla 2006 sein Vermögen von 52,4 auf 74,1 Millionen US-Dollar steigern. Für 2007 erwartet die Mozilla-Chefin höhere Ausgaben aufgrund der gestiegenen Personalkosten.

Investitionen in Infrastruktur und Projekte

2006 habe Mozilla viel in die Infrastruktur investiert. Gegen Ende 2006 habe man täglich Downloads mit einem Gesamtvolumen von 2,1 Terabyte verzeichnet, darunter 600.000 Firefox-Downloads.

In Zukunft wolle die Stiftung mehr Geld für verschiedene Projekte ausgeben, so Baker. So habe die Foundation 300.000 Dollar an Programme gegeben, die Mozilla-Software für Menschen mit Behinderungen besser bedienbar machen sollen. Auch das Creative-Commons-Projekt sei von Mozilla unterstützt worden.

Weitere Unterstützung sei 2007, so Baker, an das Open Source Lab der staatlichen Universität von Oregon geflossen. Weiters gingen Mozilla-Gelder an die Participatory Culture Foundation, die den Open-Source-Videoplayer Miro, besser bekannt als Democracy Player, bereitstellt.

Die Firefox-Maschine

Das Mozilla-Projekt wachse weiterhin, so Baker. Über 1.000 Menschen hätten am Code von Firefox 2 mitgearbeitet - 50 davon seien fest bei Mozilla angestellt. 16.000 Nutzer hätten Fehlerberichte eingeschickt.

Auch die Lokalisierung von Firefox und Thunderbird habe große Fortschritte gemacht. Firefox 2 sei nun in 44 Sprachen, Thunderbird 2 in 36 Sprachen verfügbar. Nur noch die Hälfte der Firefox-Installationen laufe in englischer Sprache.

Baker erwähnt auch die anderen Mozilla-Projekte wie Bugzilla, SeaMonkey, Camino, Sundbird und Lightning. Das wichtigste Projekt bleibt aber Firefox. Die jüngsten Turbulenzen um die Ausgliederung der Entwicklung des freien Mailclients Thunderbird klammert Baker aus - ihr Bericht bezieht sich schließlich zuallererst auf das Jahr 2006.

Befreiung der Videoinhalte

Baker schreibt, dass die Stiftung es nicht gern sehe, dass Videoinhalte nur auf geschlossenen kommerziellen Plattformen verfügbar seien. Man arbeite an einer Spezifikation im Standard HTML 5, die es erlaube, Bewegtbildinhalte im Browser zu "manipulieren" wie alle anderen Inhalte auch. In Zukunft, so Baker, wolle man dafür sorgen, dass man Videos im Browser ausschneiden und wieder einsetzen, rotieren und neu kombinieren könne.

Die Stiftung werde sich, so Baker, weiterhin um ein Internet bemühen, das auf offenen Standards basiere und dazu möglichst viele Menschen zur Mitarbeit ermutige.