Mehr Geld für Breitband-Ausbau benötigt
Anlässlich der Breitband-Infotage fordert Reinhold Mitterlehner, stellvertretender Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich [WKÖ]: "Unser Ziel muss es sein, Österreich zum Breitband-Europameister zu machen."
Dafür sei jedoch "eine Stelle, die Initiativen bundesweit koordiniert", notwendig.
Mitterlehner schlug deshalb vor, dass die Regierung einen Breitbandbeauftragten einsetzen solle. Die Koordinationsdrehscheibe sollte entweder im Infrastrukturministerium oder im Bundeskanzleramt angesiedelt werden, meint Mitterlehner.
Die Förderungen sollten außerdem nicht "auf Zeit" vergeben werden, sondern es sollten Modelle entwickelt werden, die auf Breitband-Internet-Durchdringung abstellen.
Breitband für alle Dörfer
Verkehrsminister Hubert Gorbach [FPÖ] hatte am Donnerstag mit dem
Chef der Telekom-Regulierungsbehörde RTR, Georg Serentschy, die
Breitband-Initiative der Regierung konkretisiert. Bis 2007 soll es
eine österreichweite Vollversorgung mit den schnellen
Internet-Zugängen geben.
Breitband-Internet in jedem Dorf"Schritt in die richtige Richtung"
Für den Breitbandausbau stehen derzeit zehn Millionen Euro aus Budgetmitteln von Bundesseite zur Verfügung. Von den Ländern und der EU sollen nochmals je zehn Mio. Euro kommen. Die Förderung erfolgt in Form von nicht rückzahlbaren Zuschüssen über eine Laufzeit von zwei Jahren.
Dieses Fördermodell sei "ein großer Schritt in die richtige Richtung", bemerkte der Obmann der WKÖ-Sparte Information und Consulting, Hans-Jürgen Pollirer.
Die Rundfunk- und Telekomregulierungsbehörde RTR gehe jedoch von einem Fördermittelbedarf von 50 bis 100 Millionen Euro für eine ausreichende Breitbandabdeckung in Österreich aus, die Telekom Austria spreche sogar von 500 Millionen Euro.
Vorbilder USA und Südkorea
Als Förder-Vorbilder nennt Pollirer die USA und Südkorea. Der
US-Senat und Präsident George W. Bush hätten kürzlich eine
Verlängerung der Steuerbefreiung von Breitbandanschlüssen
beschlossen, Südkorea sei hingegen dank gezielter Förderungen für
Geräte, Anschlüsse und Dienste zum "Breitband-Weltmeister"
aufgerückt.
Keine Steuern auf Internet-Zugänge
