Häfn für einen Dot.com-Guru
Frank Quattrone, der frühere Leiter für Technologie-Investmentbanking bei der Credit Suisse First Boston [CSFB], ist in New York in zwei Fällen der Justizbehinderung und in einem Fall der Zeugenbeeinflussung schuldig gesprochen worden.
Quattrone war während der Internet- und Technologie-Hysterie der 90er Jahre zum führenden Dot.com-Guru geworden und hatte lukrative Börsengänge von Firmen wie Amazon und Netscape geleitet.
Im Jahr 2000 soll Quattrone nach Angaben des "Wall Street Journal" rund 120 Millionen USD [100 Mio. Euro] verdient haben.
CSFB betreut Google-Börsengang
Dem Ruf seines ehemaligen Arbeitgebers scheint Quattrone nicht
geschadet zu haben: Neben Morgan Stanley soll auch die Credit Suisse
First Boston laut informierter Kreise den lang erwarteten IPO von
Google betreuen.
Googles Börsengang bekommt KonturenBis zu zwei Jahre Gefängnis
Laut "New York Times" droht dem Investmentbanker eine Gefängnisstrafe von bis zu zwei Jahren. Die Urteilsverkündung sei für September geplant. Quattrone-Anwalt John W. Keker wolle Berufung einlegen.
Die Vorwürfe gegen Quattrone basieren auf einer E-Mail, die er im Dezember 2000 an die Mitglieder seiner Sparte weitergeleitet und worin er sie aufgefordert hat, ihre Unterlagen zu säubern.
Das erfolgte zwei Tage nachdem der führende CSFB-Anwalt ihm mitgeteilt hatte, dass eine Untersuchungskammer eine Untersuchung über die Art und Weise laufen hatte, mit der die Bank gefragte Erstemissionen zuteilte.
