04.05.2004

IPSI

Fraunhofer wirbt für Wasserzeichen

Wissenschaftler des Fraunhofer Instituts für Integrierte Publikations- und Informationssysteme [IPSI] haben die Musikindustrie vor einem weiteren ungehemmten Einsatz von Kopierschutzmechanismen gewarnt und damit für ihr Schutzkonzept mit Wasserzeichen geworben:

"Es macht keinen Sinn, die legale Nutzung von digitalen Medien immer komplizierter zu gestalten und damit ehrliche Käufer zu bestrafen", erklärte Martin Steinebach vom IPSI.

Mit Wasserzeichen versehene Daten könnten dagegen ohne Kopierschutz und die damit verbundenen Ärgernisse verwendet werden.

Wasserzeichen und BOL

Die Forscher sehen in der Verbindung von Medien, die mit digitalen Wasserzeichen geimpft sind, und Geschäftsmodellen auf Basis des XML-Abkömmlings BOL [Business Offer Language] die bessere Alternative.

Im Rahmen der DGI-Online-Tagung am 16. Juni in Frankfurt wollen die IPSI-Wissenschaftler Modelle vorstellen, die bereits im Labormaßstab erfolgreich getestet wurden.

Entscheidend sei dabei die Einbindung in Geschäftsmodelle, die im produktiven Einsatz stabil bleiben und gleichzeitig das Musikstück nicht unakzeptabel beeinträchtigen.

Auch Micropayment-Lösungen wurden in Prototypen bereits erfolgreich eingebunden, sodass sich sogar Pay-per-listen-Modelle realisieren lassen. Bezahlt wird dabei für das Anhören eines Musikstücks.

Die Verknüpfung mit einem Business-Offer-Language-Modell erlaubt es, genau die relevanten Daten aus dem BOL-System als Wasserzeichen in das Musikstück einzubetten. Im Rahmen eines provisionsbasierten Affiliate-Marketings können Verteiler von Musikkopien sogar noch mit einer Prämie belohnt werden. Vorausgesetzt, die Empfänger akzeptieren die Kosten, die vom BOL-basierten System verlangt werden.