Lizenzchaos behindert Online-Musikmarkt
Die Europäische Union hat nun sechzehn nationalen Verwertungsgesellschaften, die Lizenzgebühren im Namen von Musikautoren einsammeln, aufgefordert, ihre Lizenzierungssysteme zu überarbeiten.
Derzeitige Regelungen behinderten einerseits den Start von Download-Musikportalen in Europa und verstoßen zudem möglicherweise gegen EU-Wettbewerbsrecht.
Da eine gesamteuropäische Nutzungslizenz für das Musikrepertoire aller Gesellschaften der EU ["Santiago-Abkommen" von 2001] derzeit nur über die Verwertungsgesellschaft im eigenen Land möglich ist.
Nur mit dieser Nutzungslizenz ist kommerziellen Anbietern das Bereitstellen von Dienstleistungen wie Downloading oder Streaming gestattet.
Österr. Verwertungsgesellschaft AKMHohe Preise zu Lasten der Verbraucher
Die EU-Kommission fordert nun, dass es den kommerziellen Anbietern frei stehen soll, sich in Bezug auf die Lizenz-Erteilung an die effizienteste Verwertungsgesellschaft in Europa zu wenden.
Der mangelnde Wettbewerb zwischen den nationalen Verwertungsgesellschaften würde sich in den Online-Verkaufspreisen niederschlagen und ginge damit letztlich zu Lasten der Verbraucher.
Die nationalen Verwertungsgesellschaften haben nun zehn Wochen Zeit Vorschläge vorzulegen, welche die bestehenden Vereinbarungen mit dem EU-Wettbewerbsrecht in Einklang bringen.
Apple Europa-Start in Vorbereitung
Apple, dessen Musikshop iTunes bereits seit einem Jahr
erfolgreich in den USA läuft, scheiterte in Europa bisher an den
Preisunterschieden der Musikverleger bzw. den verschiedenen
Steuersätzen in den einzelnen Ländern.
Apple will iTunes-Start "richtig machen"
