30.04.2004

CAMPUS

High-Tech-Gebäude für US-Studenten

An der Universität von Illinois in Urbana Champaign wird dieses Wochenende das neue High-Tech-Institut für Informatik eröffnet.

Das 80 Millionen USD teure Siebel-Center stellt ein komplett durchcomputerisiertes Gebäude dar. Finanziert wurde das Objekt durch Staatsgelder, die Universität und einer 32-Millionen-USD-Spende von Ex-Student Thomas Siebel, Gründer von Siebel Systems.

Mark Snir, Chef des Instituts für Informatik, erklärt die Absicht hinter dem High-Tech-Bau: "Wir wollen die Arbeitsweise des Instituts verändern. Das Institut soll nicht nur ein Gebäude sein, das unsere Forschung und Weiterbildung unterstützt, sondern von unserer Forschung beeinflusst werden. Wir nennen es 'Living Lab'."

Technik und Architektur

Architekten und Designer haben sich dieser Herausforderung gestellt und so viel Technik wie nur möglich in das Siebel-Center gepackt.

Dafür wurden rund 80 Kilometer Kabel und mehr als 5.000 Netzwerkstecker im gesamten Gebäude installiert. Auf jedem Stockwerk gibt es acht WLAN-Hotspots und Dutzende Kabel-Netzwerkverbindungen. Die Ausstattung der Klassenzimmer reicht von Desktop-Rechnern über Handheld-Tablets, die neueste Audio- und Video-Technologie bis zu HDTV-Fernsehern. Türschlösser, Raumtemperatur und Licht sind PC-gesteuert.

Die Studenten können sich vom gesamten Campus aus in das Computernetzwerk des Instituts einloggen und so herausfinden, welcher Professor in seinem Büro ist und ob er Besuch empfängt.

Ideen für die Zukunft

Über mit Funkchips versehene Ausweise wird jeder Student beim Betreten des Gebäudes identifiziert. Ein Avatar namens Gaia begrüßt ihn von einem 60-Zoll-Bildschirm und informiert darüber, welche Geräte zur Verfügung stehen, und gibt Informationen zu aktuellen Vorlesungen.

Für die Zukunft gibt es viele Ideen, in welche Richtung das Siebel-Center von Professoren und Studenten weiterentwickelt werden soll: Das Gebäude soll etwa Studenten zu Lerngruppen zusammenwürfeln und Besucher durch die Gänge navigieren.

Die Software eFuzion, die von zwei Studenten entwickelt wurde, soll es den angehenden Informatikern ermöglichen, Video-Streams von Vorlesungen überall und jederzeit abzurufen und so das Studium ihrem individuellen Lernstil anzupassen.