26.04.2004

EINTEILUNG

Google will Kategorien einführen

Google steht nicht nur kurz vor einem Börsengang, gleichzeitig wächst der Druck auf das Unternehmen neue Dienste anzubieten und auf aktuelle Herausforderungen zu reagieren:

Neben dem datenschutz-rechtlich bedenklich konzipierten E-Mail-Service "Gmail" macht Google derzeit auch die Listung von "Hass-Seiten", also Sites mit rassistischen oder antisemitischen Inhalten, zu schaffen.

Das Unternehmen überlegt jetzt auf das Problem mit der Wiedereinführung von Kategorien für Suchergebnisse zu reagieren, die bei der englisch-sprachigen Suche erst vor kurzem wegen "Qualitätsproblemen" abgeschafft wurden.

Selbstregulierung oder Zensur

Aktueller Anlass für die Überlegungen Suchergebnisse und damit auch "Hass-Seiten" jeweils Kategorien zuzuordnen, waren Nutzerbeschwerden zur Site "Jew Watch".

Die antisemitische Site wurde bis vor kurzem beim Suchbegriff "Jew" in der englisch-sprachigen Suche ganz oben gelistet.

Google reagierte auf die Beschwerde mit einem Statement, das vor der Liste mit den Suchergebnissen verlinkt wird. Darin macht das Unternehmen klar, dass die Suchergebnisse technisch generiert und auch in Einzelfällen nicht händisch modifiziert werden.

Nationale Zensur

Google entfernt prinzipiell nur dann Seiten ganz aus seinen Ergebnislisten, wenn sie dazu von Behörden oder Gerichten aufgefordert wird.

In diesen Fällen werden auch nur die Listen der jeweiligen Länder-Seiten geändert:

So listete ein Report der Harvard-Universität 2002 rund 100 deutsche und französische Sites auf, die bei der Suche mit Google.de bzw. Google.fr nicht zu finden waren.