Google will Kategorien einführen
Google steht nicht nur kurz vor einem Börsengang, gleichzeitig wächst der Druck auf das Unternehmen neue Dienste anzubieten und auf aktuelle Herausforderungen zu reagieren:
Neben dem datenschutz-rechtlich bedenklich konzipierten E-Mail-Service "Gmail" macht Google derzeit auch die Listung von "Hass-Seiten", also Sites mit rassistischen oder antisemitischen Inhalten, zu schaffen.
Das Unternehmen überlegt jetzt auf das Problem mit der Wiedereinführung von Kategorien für Suchergebnisse zu reagieren, die bei der englisch-sprachigen Suche erst vor kurzem wegen "Qualitätsproblemen" abgeschafft wurden.
Google hat angeblich bereits zwei Investmentbanken zur Durchführung des lange erwarteten Börsengangs ausgewählt.
Googles Börsengang bekommt KonturenSelbstregulierung oder Zensur
Aktueller Anlass für die Überlegungen Suchergebnisse und damit auch "Hass-Seiten" jeweils Kategorien zuzuordnen, waren Nutzerbeschwerden zur Site "Jew Watch".
Die antisemitische Site wurde bis vor kurzem beim Suchbegriff "Jew" in der englisch-sprachigen Suche ganz oben gelistet.
Google reagierte auf die Beschwerde mit einem Statement, das vor der Liste mit den Suchergebnissen verlinkt wird. Darin macht das Unternehmen klar, dass die Suchergebnisse technisch generiert und auch in Einzelfällen nicht händisch modifiziert werden.
Unterdessen wurde die kritisierte Site allerdings durch gezielte Link-Setzung von der ersten Seite im Google-Ranking verdrängt.
Die Google-ErklärungNationale Zensur
Google entfernt prinzipiell nur dann Seiten ganz aus seinen Ergebnislisten, wenn sie dazu von Behörden oder Gerichten aufgefordert wird.
In diesen Fällen werden auch nur die Listen der jeweiligen Länder-Seiten geändert:
So listete ein Report der Harvard-Universität 2002 rund 100 deutsche und französische Sites auf, die bei der Suche mit Google.de bzw. Google.fr nicht zu finden waren.
Bei den Seiten handelt es sich in der Regel um Nazi- oder andere "Hass"-Inhalte, die mit den deutschen oder französischen Gesetzen kollidieren.
Google zensiert nach nationalem Recht
