Roboter scannt Bayerns Nationalbibliothek
Der in Österreich entwickelte Buchscanner ScanRobot von Treventus ist über die Landesgrenzen hinaus gefragt und scannt nun in München Werke aus dem 16. Jahrhundert.
So sind nun zwei Geräte bei der Bayerischen Staatsbibliothek in München im Einsatz, wo rund 37.000 historische Bücher vollautomatisch gescannt werden sollen.
Die historischen Druckwerke aus dem 16. Jahrhundert sollen bis 2009 erfasst und dann im Internet für jeden Interessierten zur Verfügung gestellt werden, kündigte die Bibliothek am Dienstag an.
Extrem empfindliche Bücher
"Derzeit ist die Bayerische Staatsbibliothek unser Hauptkunde", sagt Christoph Bauer von Treventus im Gespräch mit ORF.at. Das Projekt sei eine große Herausforderung, da die Bücher aus dem 16. Jahrhundert schwer zu behandeln seien. Die heikle Arbeit helfe aber dabei, das System weiter zu optimieren.
Der ScanRobot scannt etwa 40 Seiten pro Minute. Laut Treventus zeichnet sich der Bot vor allem durch die verzerrungsfreie Digitalisierung und schonende Buchbehandlung aus, zudem würden die Gesamtkosten für Digitalisierungsarbeiten durch den ScanRobot um rund 75 Prozent reduziert.
Umblättern per Luftstoß
Das Buch wird dabei in eine Buchwiege eingelegt, über die Erzeugung von Unterdruck wird jeweils eine Seite hochgezogen und beidseitig eingescannt, das Umblättern erledigt ein Luftstoß.
Weitere Einrichtungen interessiert
Interesse an dem System haben laut Treventus mittlerweile auch die Unibibliotheken Innsbruck und Graz sowie die ETH Zürich und die Uni Göttingen angekündigt. Preislich liege der ScanRobot bei etwa 80.000 Euro pro System.
Der Frage, ob Google mit seinem Mega-Digitalisierungsprojekt nicht der perfekte Kunde für Treventus wäre, stimmt Bauer zu: "Bis jetzt haben wir uns aber noch gescheut, mit Google Kontakt aufzunehmen, weil es ein so riesiger Konzern ist. Die Bayerische Staatsbibliothek ist aber Digitalisierungspartner von Google. Wir hoffen, bis Ende des Jahres über die Bayern einen Kontakt herzustellen."
(futurezone | APA)
