Kopierschutz für Fernsehinhalte
Weltweit arbeiten Medienunternehmen derzeit am Fernsehen der Zukunft. Ganz oben auf der Wunschliste der Industrie stehen dabei Kopier- und Aufnahmesperren.
So sollen Sender schon bald ganz genau entscheiden können, welche Beiträge ihre Zuschauer aufnehmen dürfen.
Durchgesetzt werden sollen diese Kopierschutz-Bestimmungen beim Übergang vom analogen zum digital ausgestrahlten terrestrischen Fernsehen. In den USA soll dieser bis 2006 abgeschlossen sein.
Die Telekommunikationsbehörde FCC hat dazu Ende letzten Jahres beschlossen, dass alle digitalen Fernseh-Geräte ab Mitte 2005 mit einer Kopierschutz-Technologie ausgestattet sein müssen.
Der TV-Kopierschutz basiert auf einem Signal, das zusammen mit dem TV-Programm ausgestrahlt wird. Das Signal legt die individuellen Nutzungsrechte fest, die für die jeweilige Sendung gelten. Damit es auch richtig interpretiert wird, müssen Videorecorder und Fernsehgeräte gesetzlich zertifiziert sein.
Gegen den Aufnahmeknopf
Der Electronic Frontier Foundation-Anwalt Fred von Lohmann glaubt, dass die Fernsehsender und die mit ihnen verbundenen Filmstudios sich mit solchen Kopierschutz-Technologien einen alten Traum erfüllen: Wohnzimmerunterhaltung ohne Aufnahmeknopf.
Hollywood habe schon immer ein gespaltenes Verhältnis zum Videorecorder gehabt. Zwar verdiene die Filmbranche sich mit dem Verkauf und Verleih von Videos eine goldene Nase. "Sie hassen jedoch die Aufnahmefunktion", so von Lohmann.
Die Electronic Frontier FoundationDigitale Videorecorder verärgern Hollywood
Neu entflammt sei dieser Hass durch das Auftauchen so genannter digitaler Videorecorder - Geräte mit interner Festplatte, die dutzende von Sendungen digital abspeichern können.
Einige dieser Geräte können bereits heute automatisch Werbeblöcke überspringen, im Heim-Netzwerk mit dem PC kommunizieren und Shows über das Internet austauschen.
Features, die den Filmstudios gar nicht gefallen und sie dazu gebracht haben, weltweit die Einführung eines TV-Kopierschutzes voranzutreiben.
Heute 22:30 im Ö1-Magazin matrix
Janko Röttgers sprach für matrix mit Fred von Lohmann über die
Entwicklung des TV-Kopierschutzes und Parallelen zu früheren
Konflikten zwischen Hollywood und seinen Kunden. Weiters in matrix:
"Das Ende des Allzweckcomputers - Trusted Computing schränkt
Nutzerrechte ein" und ein Gespräch mit Christiane Asschenfeldt, der
Koordinatorin von "Creative Commons International" über die Ziele
des alternativen Lizenzierungsprojekts.
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