22.04.2004

2,3 PIKOSEK.

Geschwindigkeitslimit für Datenspeicher

Wenn man bisher auf etwas in der Computer-Wissenschaft vertrauen konnte, dann darauf, dass alles schneller wird. Dennoch sind nun Wissenschaftler in einem Versuch auf eine Geschwindigkeitsgrenze für das Speichern und Abfragen von Daten auf Festplatten gestoßen.

Die gute Nachricht: Diese Grenze ist immer noch tausend Mal schneller als alle bisherigen Festplattenspeicher.

Beim Abspeichern von Informationen auf Festplatten werden winzige Bereiche, die jedes einzelne Bit der Information darstellen, so magnetisiert, dass entweder null oder eins dargestellt werden. Beim erneuten Beschreiben muss die Bit-Information durch kurze elektromagnetische Impulse teilweise wieder umgekehrt werden.

Schnellere Impulse

Werden diese Impulse beschleunigt, kann die Zeit, die das Abspeichern oder Abrufen benötigt, verkürzt werden. Wenn dieser Impuls aber zu schnell erfolgt, werden die magnetischen Wechsel chaotisch.

Wissenschaftler an der US-Universität Stanford bestätigten diese Problemstellung, indem sie den Teilchenbeschleuniger anheizten und ein Stück des magnetischen Materials, das zur Speicherung von Daten verwendet wird, mit Elektronen beschossen.

Drei Energieimpulse erreichten dabei fast Lichtgeschwindigkeit und dauerten dabei nur 2,3 Pikosekunden [eine Pikosekunde ist 1 hoch -12 Sekunden].

Bei diesem Versuch bemerkte man, dass chaotische magnetische Muster zurückblieben, was für das Abspeichern präziser Bits nicht in Frage kommt.

Bis solche Geschwindigkeiten in Rechnern wirklich zum Einsatz kommen, wird aber noch einige Zeit vergehen. "Um dieses Limit zu erreichen, brauchen wir eine komplett neue Technologie, von der wir bis jetzt noch gar nichts wissen", so Danilo Pescia vom "Swiss Federal Institute of Technology".