Ein Intel-Chip mit Kopierschutz
Die nächste Generation von Intel-Chips für Handhelds und Handys soll zum ersten Mal über eingebaute Sicherheitsfunktionen verfügen. Diese sollen beispielsweise Kopierschutz und WLAN-Sicherheit auf Prozessorebene garantieren.
Die Intel "PXA27x"-Chips wurden heute anlässlich einer Konferenz in Taiwan vorgestellt. Sie verfügen über eine so genannte "Security Engine", die auf einem separaten Bereich am Chip angebracht ist. Ein eigener Speicherplatz arbeitet verschlüsselt mit der Engine zusammen.
Derzeitige Sicherheitsfunktionen funktionieren per Software - theoretisch ist es möglich, deren Funktion zu manipulieren. Die neuen Intel-Chips sind auf die Bedürfnisse der Industrie zugeschnitten: So kann ein Handyhersteller die Software, die ein Handy zum Laufen bringt, per Hardware-Verschlüsselung absichern. Manipulationen sollen auf diese Weise unmöglich gemacht werden.
Eindeutige Identifizierung
"Mobilfunkbetreiber wollen Handys eindeutig im Netzwerk
identifizieren können. Sie wollen sicherstellen, dass niemand diese
Authentifizierung manipulieren kann", so Dave Rogers, Intels
Wireless-Chef.
Intel vereint Notebook- und Desktop-ChipsDRM für Musik- und Filmdateien
Auch die Musik- und Filmindustrie hat Interesse an der Hardware-Verschlüsselung. DRM-Systeme [Digital Rights Management] laufen im Intel-Chip selbst und bestimmen die Verwendungsmöglichkeiten von Musik- und FIlmdateien.
Intel ist überzeugt, dass Contentprovider dank dem neuen Chip mehr Multimediadaten zur Verfügung stellen werden. Doch Kritiker befürchten, dass DRM nur dazu verwendet wird, Software, Songs, Filme und andere Daten mit drakonischen Nutzungsrechten zu versehen. Somit würden Handy- und Handheldbenutzer die Kontrolle über die Funktionalität ihrer Geräte verlieren.
Die Hardwareverschlüsselung soll auch in künftige Chips für Personal Computer eingebaut werden. Unter dem Codenamen "LaGrande" arbeitet der Chipgigant an einer Hardware-Verschlüsselung, unterstützt durch Microsofts Initiative "Next Generation Secure Computing Base".
Für die Handheld-Chipreihe PXA27x hat Intel mit Herstellern von Betriebssystemen, wie Microsoft, Symbian und PalmSource, zusammengearbeitet. Welche Hardwarehersteller die neuen Chips in tragbare Geräte einbauen werden, will Intel nicht verraten.
IntelIntel im Wireless-Markt nicht sattelfest
Einige Beobachter vermuten, dass Intel auch mit dem neuen Chip nicht den Sprung in den Handymarkt schaffen wird. Intels Mobile-Unit wurde erst kürzlich restrukturiert, nachdem das Unternehmen aufgrund von Versäumnissen 600 Mio. USD an Pönale zahlen musste.
"Intel befindet sich im mobilen Segment noch am Anfang seiner Entwicklung. Um Standards zu diktieren, muss man eine entsprechende Position erreicht haben, und ich denke, Intel ist noch nicht dort", fasst Michael King, Analyst bei Gartner, zusammen.
