Eigene Domain soll gegen Spam helfen
Unerwünschte Werbe-Mails [Spam] verstopfen weltweit immer öfter die Postfächer der User, laut Schätzungen ist bereits als die Hälfte aller E-Mails Spam.
Neben verschiedenen Lösungen wie Spamfiltern oder der vieldiskutierten Idee Mails kostenpflichtig zu machen, soll nun eine eigene Top Level Domain [TLD] namens ".mail" Abhilfe schaffen.
"Wir wollen eine Zone im Netz schaffen, in der Mails fließen können - und wo Firmen wie Amazon oder eBay Mails verschicken, die auch ankommen", so John Reid, Sprecher von Spamhouse, die sich dem Kampf gegen Spam verschrieben haben.
Die TLD soll als Art "Whitelist" dienen. Firmen mit einer solchen Endung müssten die Empfänger ihrer E-Mails vor dem Versand um Erlaubnis fragen, sowie eine Rückbestätigung des Empfängers erhalten.
Die Maßnahme soll als Gegenstück zur den "Blacklists" der Internet Service Provider [ISP] gesetzt werden. Auf einer solchen Liste eingetragene Domains oder E-Mail-Adressen bekannter Spammer werden meist automatisch von den ISPs geblockt.
Kritik an Idee von kostenpflichtigen MailsStrenge Auflagen
Laut dem Vorschlag von Spamhouse sollen Antragsteller für ".mail" nur Adressen registrieren können, die im Zusammenhang mit Websites stehen, die sie bereits ihr Eigen nennen. Im Falle der futurezone würde die Domain dann futurezone.orf.at.mail heißen.
Unter den Domains dürften keine Websites eingerichtet werden, zudem dürfen sie nicht dazu verwendet werden, Mails direkt von diesen Adressen zu versenden.
Die Domains sollen vielmehr den Administratoren zur Überprüfung der Validität der Nachrichten dienen.
Zuvor muss die Internet-Verwaltung ICANN [Internet Corporation for Assigned Names and Numbers] der neuen Domain allerdings erst ihre Zustimmung erteilen.
Die ICANN erwägt bereits seit einiger Zeit die Einführung einer solchen Domain, neben anderen wie ".tel" oder ".xxx". Kieran Baker von der ICANN sagte, dass die ICANN einige der Domains freigeben wird, wollte aber keine Details nennen.
Mobilfunk will mit .mobi ins Netz2.000 USD pro Jahr
Die Kosten sind nicht unerheblich: Im Gegensatz zu den üblichen ".com"-Adressen für rund sechs USD soll eine ".mail"-Adresse 2.000 USD im Jahr kosten.
Die Differenz ist laut Reid die Aufwandsentschädigung für Spamhouse, die den ordnungsgemäßen Gebrauch der Domain überwachen will.
Louis Mastria, Sprecher der Direct Marketing Association [DMA], begrüßte prinzipiell die Idee, merkte aber an, dass nicht alle DMA-Mitglieder Spamhouse vertrauen würden, da deren Blacklist einen Teil der regulären Mails der Mitglieder abblocken würde.
Mastria befürchtet, dass dieses Problem auch bei der geplanten ".mail"-Domain auftauchen könnte. Zudem sei die Vergabe der Domains zu sehr von Spamhouse und deren Wohlwollen abhängig.
Eric Altman von Sendmail sieht für die ".mail"-Domain dann eine Chance, wenn sie unverzüglich auf eine breite User-Basis gestellt wird, um auch wirklich ihren Zweck zu erfüllen. AOL zeigte sich in einer ersten Stellungnahme bereits ablehnend. Man wolle sich beim Kampf gegen Spam nicht auf Dritt-Anbieter verlassen, so ein Sprecher.
AOL verlost Spammer-Porsche
