06.04.2004

EINREISE

EU will keine US-Fingerabdrücke

Auf die von den USA angekündigte Verschärfung der Einreisebestimmungen für Touristen will die EU-Kommission nicht mit gleichwertigen Vorschriften reagieren.

Daran, dass auch von US-Touristen bei der Einreise in die EU Fingerabdrücke genommen würden, denke derzeit niemand, versicherte der Sprecher des für die innere Sicherheit der EU zuständigen Kommissars Antonio Vitorino am Dienstag in Brüssel.

Wichtiger sei der EU, dass ihre Bürger kein Visum für kurzfristige Aufenthalte in den USA benötigten.

Hauptsache keine Visa

Die Kommission begrüßte, dass die USA die derzeit gültigen Regeln zur Freistellung von Visa nicht ändern wollten. Unterdessen verhandelt die EU mit den USA weiter über die Einführung von Pässen mit biometrischen Daten.

Die EU möchte erreichen, dass die Visumfreiheit künftig auf alle EU-Staaten und damit nach dem 1. Mai auch auf alle zehn Beitrittsländer ausgeweitet wird. Damit sei aber innerhalb der kommenden Jahre nicht zu rechnen, erwartete ein Brüsseler US-Diplomat.

Länder, die von der Visumpflicht in den USA befreit werden wollen, würden anhand bestimmter Kriterien beurteilt, darunter nach der Anzahl verweigerter Einreisen und überzogener Visumfristen. Eine Erfüllung dieser Kriterien sei daher erst nach einer bestimmten Zeit der EU-Mitgliedschaft zu erwarten.