EU-Kartellverfahren gegen Qualcomm

untersuchung
01.10.2007

Konkurrenten kritisieren UMTS-Lizenzpraxis

Die EU-Kommission hat ein formelles Kartellverfahren gegen den US-Handyausrüster Qualcomm im Zusammenhang mit Lizenzkosten für die Übertragungstechnik UMTS eingeleitet.

Der Vorwurf, Qualcomm verlange für Lizenzen in der Mobilfunktechnologie zu viel Geld, soll nun in einer vertieften Untersuchung geklärt werden, teilte die Kommission in Brüssel am Montag mit.

Große Player machen mobil

Mehrere Unternehmen der Branche hatten vor knapp zwei Jahren Beschwerde gegen Qualcomm eingereicht. Dazu gehören Nokia, Matsushita, NEC, Texas Instruments und Ericsson.

Die Beschwerdeführer behaupteten laut Kommission unter anderem, dass durch die Lizenzpraxis von Qualcomm UMTS teurer und die Weiterentwicklung des Standards verlangsamt werde.

Nokia führt mit Qualcomm außerdem noch einen Patentstreit und hatte im August bei der US-Handelsaufsicht um ein Importverbot für Chipsätze von Qualcomm in die USA gebeten.

Qualcomm gibt sich kooperativ

Qualcomm wies die Anschuldigungen erneut zurück. Der Konzern erklärte, mit der Kommission zusammenzuarbeiten, um den Streit rasch beizulegen.

Die vertiefte Prüfung an sich gebe noch keinen Hinweis darauf, ob der Vorwurf berechtigt sei, erklärten die EU-Wettbewerbshüter.

(AFP | Reuters)