MS-Einigung mit Sun lässt EU kalt
Die Einigung von Microsoft mit Sun Microsystems letzte Woche wird das Kartellverfahren in der EU nicht beeinflussen, wie EU-Offizielle und Rechtsexperten am Montag betonten.
Die EU stehe hinter ihrer Entscheidung vom 24. März, die ein langes Kapitel der Kartellgeschichte abschloss. Sun Microsystems hatte ursprünglich 1998 eine Beschwerde eingereicht, die schließlich zum jüngsten Urteil geführt hatte.
Entscheidung vom 24. März nicht beeinflusst
"Es beeinflusst die Entscheidung vom 24. März nicht, allein
deshalb, weil die Kommissionsentscheidung nicht auf Grund von
Interessen eines einzigen Unternehmens erfolgt ist", so
EU-Sprecherin Amelia Torres. "Wir haben die Entscheidung gefällt,
weil wir überzeugt sind, im Interesse der europäischen Konsumenten
gehandelt zu haben."
Handschlag mit der "Bestie aus Redmond"Torres wollte keinen Kommentar dazu abgeben, ob Sun in Gesprächen mit der EU gestanden war.
Am Freitag zeigte sich Sun "zufrieden, dass im EU-Verfahren auch die eigenen angestrebten Ziele verwirklicht werden konnten".
Ed Black, Präsident der Gruppe, die gemeinsam gegen Microsoft aufgetreten war, sieht keine Veränderung wegen der Microsoft-Sun-Einigung. "Der EU-Kartellfall betraf eine Reihe von Unternehmen. Die Einigung mit Sun bedeutet keine Änderung der MS-Strategie. Sie haben Sun einfach vom Mitbewerber zum Kooperationspartner gemacht". Sun gehörte ebenfalls der Industriegruppe an, die gegen MS lobbyiert hat. Laut Black wird Sun auch weiterhin der Organisation angehören.
Stephen Kinsella, Experte für internationale Geschäftsbeziehungen bei der Anwaltsgruppe Herbert Smith in Brüssel, sieht ebenfalls keine Auswirkungen. "Nur wenn die Einigung vor dem EU-Urteil erfolgt wäre, hätte das Einfluss nehmen können." Er mutmaßt aber, dass Microsoft die Eingung verwenden wird, um das Gericht vom Willen zu überzeugen, die EU-Vorgaben umzusetzen.
