Suchmaschine sucht anhand von Skizzen
Wissenschaftler an der Purdue University in Indiana, USA, haben eine Suchmaschine entwickelt, die sich von anderen in einem wichtigen Detail unterscheidet: Gesucht wird nicht über Text, sondern mittels Skizzen.
Diese Methode eignet sich besonders, um riesige Bildgalerien wie etwa in Ersatzteilkatalogen zu durchsuchen.
"Es ist wie ein Google-Spezialmodell, das die Suche von Objekten anhand ihrer dreidimensionalen Form erlaubt", fasst Professor Karthik Ramani, Chef des "Center for Information Systems in Engineering", zusammen.
Kostenersparnis in Unternehmen
Gerade in Unternehmen existieren oft riesige Datenbanken, bei
denen die Suche via Text nicht mehr ausreicht. In der Praxis heißt
das oft, dass beispielsweise ein bereits produzierter Teil nicht
gefunden werden kann und so neu produziert beziehungsweise erfunden
wird.
Die Suche nach der besten Online-SucheSuche nach "Nadel im Heuhaufen"
"Man sucht dann nach der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen"; so Ramani. "Ein Flugzeughersteller verfügt beispielsweise über mehr als eine Million verschiedener Teile." Eine Suche via Skizzen oder vorgegebene Modelle könnte den Unternehmen jährlich Millionen USD sparen.
Dazu werden von den Teilen in der Datenbank virtuelle 3-D-Modelle angefertigt und gespeichert. Kleinste Einheit ist ein Voxel - wie ein Pixel, nur dreidimensional.
Die Ingenieure können entweder selbst einen Teil grob skizzieren und danach suchen oder aus einer Liste von vorhandenen Teilen auswählen. Metainformation gibt Daten zu Produktionsdatum, Herstellungsverfahren und Kosten preis.
Fluktuation blockiert Infokanäle
"Das Gedächtnis eines Unternehmens ist kurz", analysiert Ramani.
"Mitarbeiter kommen und gehen, Manager ebenfalls. So werden schnell
Datei- und Projektnamen vergessen." Mit dem Skizzen-Suchsystem soll
diese Hürde überwunden werden.
Suchmaschine sucht ohne AuftragDerzeit verbringen Designtechniker rund sechs Wochen im Jahr damit, nach Informationen über Teile zu suchen. "Das Formen-Suchsystem wird diese Zeit um 80 Prozent reduzieren", ist Ramani überzeugt. Experimente bescheinigen der Technologie derzeit eine Zuverlässigkeit von 85 Prozent.
Das Geheimnis liegt aber in der Suchverfeinerung - der User kommt dabei nicht mit einer einzigen Suche aus, sondern muss danach ähnliche Objekte auswählen, was dem System wieder bei der Teilefindung hilft. Dadurch soll die Genauigkeit um die Hälfte erhöht werden.
Eine Zusammenarbeit mit einem Psychologieprofessor soll helfen, diese Verfeinerungstechniken noch ausgeklügelter zu gestalten. Ein Unternehmen namens Imaginestics hat sich nun bereit erklärt, die Technologie zu lizenzieren.
