31.03.2004

LUFTFAHRT

Biometrie-Potpourri in Kairo

Auf der laufenden Großtagung der Internationalen Organisation für Zivilluftfahrt [ICAO] in Kairo wurde eine große Zahl an nationalen Projekten zur biometrischen Erfassung von visumpflichtigen Einreisenden, Flughafenpersonal und anderen Personen in Schlüsselbereichen vorgestellt.

Frankreich präsentierte die Biometrie-Systeme, die auf den Flughäfen Orly und Charles de Gaulle noch in diesem Jahr in Betrieb gehen werden.

Insgesamt 100.000 Angestellte werden mit Chip-Karten ausgestattet, die unter anderem Fingerabdrücke in Form komprimierter Daten enthalten, also nicht als Bilder, wie ursprünglich für die Reisepässe vorgesehen. Es werde erwogen, weitere biometrische Daten zu integrieren, hieß es von der französischen Delegation, entweder zusätzlich oder an Stelle von Fingerprints.

Auf der Tagung wurde auch verstärkte Anwendung von "Profiling"-Methoden empfohlen, also das Durchleuchten eines Passagiers nach verschiedenen Kriterien durch die Airlines selbst.

Warum Iris-Scan nicht Standard ist

Dabei kann es sich nur um die Erfassung des Iris-Musters handeln, eine Richtung, die auch Deutschland weiter einzuschlagen gedenkt. Unbestritten ist, dass der Iris-Scan wesentlich besser Resultate bei der Erkennung von Personen liefert als etwa zwei flach aufgelegte Fingerabdrücke. Dass Iris-Scan nicht längst zum internationalen Standard wurde, ist auf zwei Gründe zurückzuführen.

Das FBI und das US-Ministerium für Heimatschutz waren massiv dafür eingetreten, dass Fingerabdrücke als hauptsächliches Identifikationsmerkmal eingesetzt werden. Das FBI verfügt mittlerweile über mehr als 50 Millionen Datensätze mit Fingerabdrücken, mehr als die Hälfte davon stammt von unbescholteten Personen, die sicherheitstechnisch überprüft wurden.

Zum anderen hält die US-Firma Iridian Technologies Schlüssel-Patente auf die Erfassung der Iris und die Verarbeitung der Daten. Im Falle einer weltweiten Einführung von Iris-Daten müsste weltweit jeder Staat Lizenzen von der Firma Iridian erwerben.

"Smart VIP Card" aus Singapur

Singapur hat auf der Tagung seine "Smart VIP Card" [Smart Visa for Identification with Passport] angepriesen, eine Zusatzkarte zum Pass, deren Chip neben persönlichen Daten auch biometrische Merkmale enthält.

Damit seien nicht nur Ansuchen um Visa auch über das Internet möglich, die Karte sei auch für Ticketing, Airport-Management, Boarding und für Hotelbuchungen zu gebrauchen.