Combots stellt Weiterentwicklung ein
Aktie vom Handel ausgesetzt
Der deutsche Internet-Dienstleister Combots zieht die Reißleine und stellt die Weiterentwicklung seiner mit großen Hoffnungen gestarteten, aber erfolglosen Kommunikationssoftware ein. Grund sei die schwache Akzeptanz auf dem Markt, teilte die aus dem Internet-Unternehmen Web.de hervorgegangene Gesellschaft am Dienstag in Karlsruhe mit. Auch Verbesserungen am Produkt hätten keine Wirkung gezeigt.
Die Entwicklung und die damit verbundenen Dienstleistungen kosteten im Quartal 6,5 Millionen Euro, Umsätze mit der zunächst kostenlos vertriebenen Software blieben bisher aus. Der Ausstieg soll einmalig 7,5 Millionen Euro Abschreibungen und 2,4 Millionen Euro Kosten verursachen und im vierten Quartal abgeschlossen sein.
Weiterführung des Dienstes fraglich
Zum künftigen Geschäftsmodell äußert sich der Vorstand nur vage. Ob der Combots-Kommunikationsdienst künftig überhaupt noch angeboten werde, sei offen. Das Unternehmen werde jedoch die Entwicklung und den Betrieb von Online-Diensten mit einem Schwerpunkt in der digitalen Kommunikation fortsetzen, hieß es. 2008 sei ein Gewinn von ein bis zwei Millionen Euro zu erwarten.
Combots hatte für den Verkauf von Web.de an United Internet ein Aktienpaket von 9,27 Prozent an dem Internet-Konzern erhalten, das seither stark an Wert gewonnen hat. Insgesamt saß Combots Ende August auf einem Bestand an liquiden Mitteln von 462,4 Millionen Euro. Der Aktienkurs lag zuletzt mit 10,75 Euro aber deutlich unter dem anteiligen Wert, weil die Anleger anhaltende Verluste fürchteten. Die Aktie war am Dienstagvormittag vom Handel ausgesetzt.
(Reuters)
