US-Börsenaufsicht lädt Steve Jobs vor
Apple-Chef Steve Jobs muss der US-Börsenaufsicht SEC in der Affäre um die Rückdatierung von Aktienoptionen Rede und Antwort stehen.
Jobs soll im Vorfeld eines Prozesses gegen die ehemalige Apple-Chefjustiziarin Nancy Heinen aussagen, berichtete das "Wall Street Journal". Die Aussage des Apple-Chefs wird nicht vor November erwartet.
Heinen, die das Unternehmen im Mai verlassen hatte, wird vorgeworfen, sowohl ihre Aktienoptionen als auch jene von Jobs rückdatiert zu haben. Die US-Börsenaufsicht hat gegen Heinen eine Zivilklage angestrengt.
Jobs räumte zwar ein, von den Rückdatierungen gewusst zu haben, bestritt jedoch, daraus einen finanziellen Profit gezogen zu haben.
Die Rückdatierung der Aktienoptionen auf einen Zeitpunkt, an dem der Kurs der Apple-Aktie niedrig war, sollte die Gewinne der Begünstigten bei Wahrnehmung der Optionen steigen lassen.
Bei Jobs wäre eine Verwicklung besonders pikant, weil sich der Apple-Chef rühmt, für nur einen Dollar im Jahr zu arbeiten, und sein Vermögen ansonsten an den Apple-Aktienkurs knüpft.
Keine Ermittlungen gegen Jobs
Gegen Jobs werde nicht ermittelt, hieß es aus informierten Kreisen. Auch deute derzeit nichts darauf hin, dass Heinen Jobs belasten wolle, hieß es. Heinens Anwälte wollen im Verfahren jedoch nachweisen, dass sie sich keines Vergehens schuldig gemacht habe. Ein Prozesstermin steht noch nicht fest.
Zuvor hatte sich die SEC mit dem ehemaligen Apple-Finanzchef Fred Anderson, der auch in die Affäre verwickelt war, außergerichtlich geeinigt. Anderson gab im Rahmen der Untersuchung zu Protokoll, er habe Jobs von den Konsequenzen der Rückdatierung informiert.
Apple ist eines von insgesamt 160 Unternehmen in den USA, die von dem Skandal um die Manipulation von Aktienoptionen betroffen sind.
