Countdown für "österreich.at"
Nächste Woche, am Mittwoch um Punkt 12.00 Uhr, startet auch hier zu Lande die Vergabe der lange erwarteten Umlaut-Domains [Internationalized Domain Names, IDN].
Bei der zuständigen österreichischen Domain-Registrierungsstelle nic.at sieht man sich für den erwarteten Ansturm gut gerüstet. Zwischen 80.000 und 120.000 Anträge erwartet Geschäftsführer Richard Wein, üblicherweise werden bei nic.at pro Tag 1.200 bis 2.000 Anträge auf at-Domains gestellt.
Seit 15. März läuft ein Testsystem, mit dem mögliche Probleme ausgetestet wurden. Bis dato habe sich jedoch bis auf kleinere Schwierigkeiten kein gröberes Hindernis ergeben, so der technische Leiter Robert Schischka. Am Abend des 31. März sollten bereits die ersten österreichischen IDNs registriert sein, insgesamt rechnet nic.at mit 15.000 bis 25.000 neuen Domains.
Aus Fehlern lernen
In der Schweiz und Deutschland wurde bereits am 1. März mit der
IDN-Vergabe begonnen. Bei der deutschen Domain-Registrierungsstelle
Denic wurden bis dato rund 700.000 IDNs beantragt, davon wurden rund
150.000 bereits registriert. Sowohl Denic als auch die Schweizer
Switch hatten mit Problemen zu kämpfen, aus denen nic.at gelernt
haben will.
Umlaut-Domains schaffen Inseln im NetzStreng geregelter Ablauf
Sowohl nic.at als auch Denic und Switch hätten sich bewusst für die "Big-Bang-Lösung", also den zeitgleichen Start der IDN-Registrierung ohne Voranmeldung, entschieden, um allen Interessenten die gleichen Chancen zu bieten, so Wein.
Zusätzlich jedoch hat nic.at für die E-Mail-Anträge der Registrare die Bandbreite auf zehn KBit/s limitiert, damit für Firmen mit großen Serverfarmen keine Vorteile entstehen. Jeder angemeldete Registrar darf nur eine IP-Adresse für seine Mails verwenden, die, versehen mit der jeweiligen Signatur [PGP-Key], an eine eigens freigeschaltete E-Mail-Adresse geschickt werden müssen.
Sollte ein Antrag nicht vollständig ausgefüllt sein, wird er zurückgewiesen. Durch das "First in, first out"-Prinzip [der erste Antragsteller erhält den gewünschten Namen] kann dadurch auch ein später eingelangter Antrag zum Zug kommen.
Vorerst nur über Registrare
Vorerst können IDNs nur über die bestätigten IDN-Registrare
beantragt werden. Ab Mai 2004 soll dann auch die direkte
Registrierung bei nic.at möglich sein. Bis jetzt sind rund 180
IDN-Registrare bei nic.at verzeichnet.
IDN-RegistrareAntragsverarbeitung ab 14.00 Uhr
Alle eingegangenen Aufträge werden zuerst gesammelt und mit einem Zeitstempel versehen. Im Falle eines reibungslosen Verlaufs werden ab 14.00 Uhr die Aufträge entsprechend ihrem Eingang verarbeitet.
Sollte etwas schief gehen, werden alle Anträge verworfen und die Registrare können unter den gleichen Bedingungen noch einmal IDN-Anträge für ihre Kunden stellen. Für alle Fälle steht nic.at auch ein Gutachter zur Seite.
Für endgültige Besitzer von Umlaut-Domains sind damit aber noch nicht alle Hürden beseitigt. Neben möglichen Software-Problemen, der Internet Explorer kann bis dato nur mittels Plug-in IDNs "verstehen", sind die 34 neuen Zeichen nur bedingt universell einsetzbar. So bleibt der vordere Teil der Mail-Adresse weiter in der gewohnten Schreibweise erhalten, Jörg Müller wird dann unter joerg@xn--mller-kva.at erreichbar sein.
E-Mail auf Umwegen
Insbesondere bei E-Mails werden Probleme erwartet, da viele
Programme mit Adressen wie info@österreich.at nichts anfangen
können. Eine Lösung wäre in diesem Fall, den ACE-String des IDN zu
verwenden und stattdessen die Kodierung info@xn--sterreich-z7a.at
einzugeben.
Die Probleme der Umlaut-Domains
