New Scientist

Ohrsensor hilft Sportlern aufs Stockerl

18.09.2007

Österreichs Skifahrer könnten ihre Renntechnik künftig mit einem Minicomputer hinter dem Ohr optimieren. Eingesetzt im Wettbewerb, wird aus den Vibrationen am Schädelknochen der genaue Ablauf jedes Schwungs dargestellt und eine Trainingsverbesserung ermöglicht.

Der neu entwickelte Minicomputer namens e-AR [Ear-worn Activity Recognition] sieht aus wie ein Hörgerät und übermittelt Informationen über Körperhaltung und Gang etwa von Laufathleten - Schlüsselfaktoren, die über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Bisher wurde die Leistung eines Sportlers mittels einer Vielzahl von Sensoren, deren Einsatz nur im Labor möglich war, überprüft.

Die Entwicklung von Guang-Zhong Yang vom Imperial College in London kann hingegen unauffällig und nicht störend selbst in realen Wettkämpfen getragen werden. Die gesammelten Daten werden in Echtzeit drahtlos übermittelt.

Derzeit wird e-AR von britischen Athleten getestet. Nach Meinung der Forscher soll das Gerät Leichtathleten, Skifahrer, Ruderer und Tennisspieler unterstützen können. Auch die individuelle Optimierung der Physiotherapie sei in weiterer Zukunft damit denkbar.

Schrittlänge, -frequenz und -stärke

Der Sensor hinter dem Ohr misst Erschütterungen und übermittelt diese Daten zur Auswertung an einen ebenfalls hinter dem Ohr sitzenden Minirechner. Die Analyse der Vibrationen umfasst dabei Angaben zur genauen Länge, Frequenz sowie Stärke eines jeden Schrittes.

Die Informationen können per Funk an einen Computer weitergeschickt werden, mit dem der Trainer dann die Leistung des Sportlers überprüfen, vergleichen und optimieren kann.

Das Ohr eigne sich zur Messung besonders gut, da sich dort kaum Muskeln befinden, die die Erschütterungen am Schädelknochen abfedern könnten. Des Weiteren sitze der Sensor so hoch genug, um Bewegungen des ganzen Körpers gleichermaßen wahrzunehmen, so die Forscher.

(New Scientist)