Videoüberwachung in Wiener Taxis startet

ab sofort
17.09.2007

Laut Wiener Wirtschaftskammer hat die Datenschutzkommission der Videoüberwachung in Wiener Taxis zugestimmt.

Kennzeichnung mit Aufkleber

Der Einsatz solcher Systeme sei nach der Entscheidung der Kommission nun sofort möglich, so der zuständige Kammerobmann Heinrich Frey. Fahrzeuge mit Überwachungskamera müssen mit einem speziellen Aufkleber gekennzeichnet sein.

Taxilenker sind mit den Fahrgästen allein im Wagen - und daher leicht der Gefahr von Überfällen und Gewalttaten ausgesetzt, begründete Frey die Initiative in Sachen Videoüberwachung. Diese solle nicht nur potenzielle Täter abschrecken, sondern auch der Polizei helfen, die Täter auszuforschen.

Zugriff nur für Polizei möglich

Dazu werden die Aufnahmen 48 Stunden gespeichert und danach automatisch gelöscht. "Unsere Kunden brauchen keine Angst vor Eingriffen in ihre Privatsphäre zu haben. Zugriff auf die Aufnahmen hat nur die Polizei im Fall einer Straftat", so Frey. Vom Taxilenker selbst sind die Aufnahmen nicht einsehbar.

Die daumennagelgroße Videoüberwachungseinheit kostet laut der oberösterreichischen Herstellerfirma RTS 540 Euro und besteht aus einem Mini-Digitalrekorder, einer kleine Farbkamera mit Sharp-CCD und einem Zwölfvoltspannungswandler.

Wie viele Taxis in Zukunft mit Videokameras unterwegs sein werden, könne er nicht sagen: "Das hängt von den Unternehmern ab, wir haben jetzt nur die Rahmenbedingungen geschaffen."

Die Videoüberwachung unterliege strengen Datenschutzbestimmungen. Hat sich ein Taxiunternehmer für ein Gerät entschieden, muss er bei der Datenschutzkommission um die Zuteilung einer DVR-Nummer [Datenverarbeitungsregisternummer] ansuchen.

Anwendungsdichte wird sich zeigen

"Wieviele Taxiunternehmer das Videoüberwachungssystem einsetzen werden, können wir noch nicht abschätzen", so auch Martin Waldbauer, Marketingverantwortlicher der Taxivermittlung 31300. "Dies wird erst in den nächsten Tagen und Wochen erörtet werden." Schon seit Jahren seien ohnehin die Taxis mit GPS-Überwachung ausgestattet.

Natürlich gäbe es viele Befürworter unter den Taxilenkern, welche die Videoüberwachung zur Erhöhung des subjektiven Sicherheitsgefühls erwägten. Andere hingegen sähen darin kein geeignetes Mittel, so Waldbauer. Und nicht zuletzt habe gerade im knapp kalkulierten Taxigeschäft auch der Preis großen Einfluss auf die Einsatzentscheidung.

Nachträgliche Täterausforschung

"Neben der Präventivwirkung sehen wir in der Videoüberwachung in erster Linie ein Mittel zur nachträglichen Täterausforschung", erklärt 40100/60160-Geschäftsführer Gerhard Pfister. Man hoffe aber auch, dass die Videoüberwachung bei der Bekämpfung von Angriffen auf Taxilenker anderer Herkunft helfe, die meist willkürlich von Jugendlichen gesetzt würden.

Für den einzelnen Taxiunternehmer ausschlaggebend über den Einsatz sei aber sicherlich der Preis, ist auch Pfister überzeugt.

Die Polizei warnt in einer Broschüre mit einer Reihe von Sicherheitstipps für Taxilenker, darunter auch der Einsatz von Videoüberwachungssystemen, davor: "Man muss sich über die wenn auch geringe Gefahr im Klaren sein, dass Täter alles vernichten könnten, um keine Fotos zu hinterlassen!"

(APA)