SCO ist bankrott

INSOLVENZ
15.09.2007

Das US-Software-Unternehmen SCO beantragt Gläubigerschutz und will sich reorganisieren.

Am Freitag stellte die SCO Group einen Antrag auf Chapter 11 des US-Insolvenzrechts, das den zeitweisen Schutz des Gerichts vor dem Zugriff von Gläubigern vorsieht.

SCO wolle sich reorganisieren, hieß es in einer Aussendung des Unternehmens, der Geschäftsbetrieb werde aufrechterhalten.

Die Kunden des Unternehmens könnten weiter auf die Produkte des Unternehmens vertrauen, teilte SCO-Chef Darl McBride mit. Zuletzt verzeichnete SCO einen Quartalsverlust von 1,1 Millionen Dollar [790.000 Euro].

Jahrelange Urheberrechtsposse

SCO hatte im Jahr 2003 beschlossen, alle Rechte am Betriebssystem Unix für sich zu beanspruchen, und forderte Firmen wie IBM, Novell, DaimlerChrysler und Autozone kurzerhand zur Zahlung von Lizenzgebühren auf. SCO warf den Firmen vor, den Unix-Source-Code in Linux übernommen zu haben.

Damals brachte SCO eine Klage gegen IBM ein, die noch anhängig ist. Seit 2005 prozessierte die SCO Group auch mit Novell um den Besitz der Unix-Lizenzrechte.

Im August setzte ein US-Gericht der Urheberrechtsposse von SCO jedoch ein vorläufiges Ende, indem es Novell alle Rechte an Unix und Unix Ware zusprach.

Sollte das Urteil rechtskräftig werden, droht der SCO Group ein weiterer finanzieller Aderlass. Dann muss SCO von anderen Konzernen wie Microsoft für Unix kassierte Lizenzgebühren in zweistelliger Millionenhöhe an Novell abführen.

(futurezone | AP)