X-Fab sagt Börsengang kurzfristig ab
Der erste deutsche Börsengang seit zwei Jahren ist geplatzt: Zwei Tage vor der Erstnotierung am Frankfurter Aktienmarkt sagte der Erfurter Chiphersteller X-Fab Semiconductor Foundries seine Premiere im Handel ab.
Angesichts der sich verschlechternden Bedingungen am Kapitalmarkt seien die Investoren zu einer vorsichtigeren Einschätzung von europäischen Technologietiteln gekommen, teilte das Unternehmen gemeinsam mit dem Konsortialführer ING am Mittwoch zur Begründung mit.
Das bedeutet, dass die Anleger wenig Interesse an X-Fab gezeigt hatten. Nach Ansicht von Aktienexperten ist dies jedoch kein Rückschlag für den Markt der Neuemissionen.
Bereits die Vorbereitungen zum Börsengang von X-Fab waren von Pannen begleitet, etwa als der Verkaufsprospekt vor zwei Wochen erst mit eintägiger Verspätung vorgelegt werden konnte. Medienberichten zufolge war die Commerzbank kurz zuvor im Streit um den Preis der Aktie abgesprungen. Die Zeichnungsfrist musste daraufhin verschoben werden.
Neue IPO-Saison startet mit PanneZweckoptimismus
Auf den ersten deutschen Börsengang seit 2002 müssen Anleger nun weiter warten. Der Rückzug von X-Fab dürfte nach Ansicht von Aktienexperten aber keinen dauerhaften Schaden anrichten:
"X-Fab wurde im Zweifel eh nicht ernst genommen", sagte Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz [DSW]. Glücklicherweise hätten noch "ganz andere" Unternehmen den Gang aufs Parkett angekündigt.
Zwar würden nun einige wieder abspringen, ist sich Markus Straub von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre [SdK] sicher. Doch "es gibt noch viele gute Unternehmen, die börsenfähig sind".
