17.03.2004

DEUTSCHLAND

X-Fab sagt Börsengang kurzfristig ab

Der erste deutsche Börsengang seit zwei Jahren ist geplatzt: Zwei Tage vor der Erstnotierung am Frankfurter Aktienmarkt sagte der Erfurter Chiphersteller X-Fab Semiconductor Foundries seine Premiere im Handel ab.

Angesichts der sich verschlechternden Bedingungen am Kapitalmarkt seien die Investoren zu einer vorsichtigeren Einschätzung von europäischen Technologietiteln gekommen, teilte das Unternehmen gemeinsam mit dem Konsortialführer ING am Mittwoch zur Begründung mit.

Das bedeutet, dass die Anleger wenig Interesse an X-Fab gezeigt hatten. Nach Ansicht von Aktienexperten ist dies jedoch kein Rückschlag für den Markt der Neuemissionen.

Zweckoptimismus

Auf den ersten deutschen Börsengang seit 2002 müssen Anleger nun weiter warten. Der Rückzug von X-Fab dürfte nach Ansicht von Aktienexperten aber keinen dauerhaften Schaden anrichten:

"X-Fab wurde im Zweifel eh nicht ernst genommen", sagte Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz [DSW]. Glücklicherweise hätten noch "ganz andere" Unternehmen den Gang aufs Parkett angekündigt.

Zwar würden nun einige wieder abspringen, ist sich Markus Straub von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre [SdK] sicher. Doch "es gibt noch viele gute Unternehmen, die börsenfähig sind".