Vodafone bringt Vivendi um Steuervorteil
Im Poker um die hoch profitable gemeinsame Mobilfunk-Tochter SFR hat der britische Vodafone-Konzern den französischen Partner Vivendi nach Informationen der "Financial Times" ausgebremst.
Vivendi habe durch eine buchungstechnische Umschuldung zu Lasten von SFR Steuern sparen wollen, Vodafone jedoch habe das Vorhaben abgelehnt. "Für Vodafone hätte es aus dem Steuer-Geschiebe in Frankreich keinen Nutzen gegeben", so ein Kenner des Dossiers.
Der Übernahmepoker um SFR hält seit Jahren an. Als Vivendi vor zwei Jahren an Milliarden-Schulden zu arbeiten hatte und Teile des Konzern abstoßen musste, hatte Vodafone bereits versucht, eine Anteilsmehrheit zusammen zu bekommen. Vivendi hatte ein Übernahmeangebot jedoch abgelehnt.
Noch heute sei Vodafone davon überzeugt, dass SFR eines Tages "Teil der Vodafone-Familie" werde, sagten Konzernmitarbeiter der "Financial Times".
Vivendi will am Mittwoch die Jahresbilanz für 2003 mit einem geschätzten Vorsteuer-Gewinn von gut drei Milliarden Euro bekanntgeben. Die Gewinne werden zu rund 90 Prozent mit SFR erwirtschaftet. Vivendi hält 55,8 Prozent der SFR-Anteile, Vodafone 43,9 Prozent.
Vodafone schließt Vivendi-Gebot nicht aus
