Ein Technologiepark für Ägypten
Vor den Toren der 17-Millionen-Stadt Kairo entsteht auf einer Fläche von mehr als 121 Hektar der größte Technologiepark Nordafrikas.
Microsoft ist mit einem kleinen Telefon-Beratungszentrum für Software-Entwickler bereits eingezogen. Auch die Telekommunikationskonzerne
Alcatel und Vodafone wollen hier ihre Firmenschilder anbringen.
Die Direktmarketing-Firma Merkur, eine Tochter der Deutschen Post AG, lässt hier in einem Call-Center der ägyptischen Firma Xceed seit vergangenem Dienstag Adressenlisten überprüfen. Die Mitarbeiter haben deutsche Schulen in Kairo besucht und sprechen akzentfrei Deutsch.
Drittel der Lohnkosten
"Ein Call-Center-Mitarbeiter bekommt in Ägypten umgerechnet
zwischen 400 und 550 Euro pro Monat, das ist ungefähr ein Drittel
der Lohnkosten, die man in Deutschland hätte", sagt der
Xceed-Vorsitzende Adel Danisch.
"Matrix Reloaded" widerspricht dem IslamDas "Smart Village" gehört zu 20 Prozent dem ägyptischen Staat und zu 80 Prozent privaten Investoren. Damit ist der Technologiepark, in dem nach der Vorstellung der Regierung eines Tages 30.000 Menschen arbeiten sollen, das erste Großprojekt des Landes, bei dem Staat und Wirtschaft als Partner auftreten.
Firmen, die sich hier zwischen künstlichen Mini-Seen, Palmen und stark bewässertem Rasen ansiedeln wollen, können entweder selbst bauen, ein Gebäude kaufen oder einfach nur Büroflächen mieten. Direkt nebenan baut das Ministerium für Kommunikation und Informationstechnologie, das zusammen mit seinen untergeordneten Behörden von
der Innenstadt hierher umziehen soll.
Doch der Wettbewerb ist hart. Denn während in Ägypten noch Kabel verlegt wurde, hatten sich zahlreiche Weltkonzerne bereits in der Dubai Internet
City, einer E-Business-Freihandelszone in den Vereinigten Arabischen Emiraten niedergelassen.
