Gender-Forschung in "Second Life"
Herr und Frau Avatar werden analysiert
Dass der vielfach überschätzte Avatar-Treff "Second Life" doch für irgendetwas gut ist, wollen Verhaltensforscher der Universität Stuttgart nun beweisen.
Von Herbst an werden mehrere hundert Studenten an einem Experiment zur Verhaltensforschung teilnehmen. Offensichtlich geht es um Gender-Forschung, also geschlechtsspezifisches Verhalten.
Herr und Frau Avatar
Mareike Schoop, Professorin für Wirtschaftsinformatik, geht davon aus, Frauen und Männer in den Verhandlungen unterscheiden zu können - egal ob sie mit männlichen oder weiblichen Avataren unterwegs sind.
"Frauen versuchen, eine Lösung zu finden, bei der jeder gewinnt", sagte die Verhaltenforscherin. Männer hingegen würden häufiger einen Verteilungskampf ausfechten. Sie gingen davon aus, dass jeder Vorteil des anderen automatisch zu eigenen Verlusten führt.
Verhaltensregeln
Die Erlebniswelt "Second Life" hat weltweit mehrere Millionen registrierte Nutzer. In virtuellen Clubs, Kneipen und Firmengebäuden tummeln sich dort Zehntausende Avatare.
IBM hat bereits einen Katalog von Verhaltensregeln für Mitarbeiter in "Second Life" und anderen virtuellen Welten aufgestellt.
Auf schrille Gestaltung des eigenen Avatars sei zu verzichten. Insbesondere bei Begegnungen mit IBM-Kunden müsse sorgsam geprüft werden, ob das äußere Erscheinungsbild auch angemessen sei.
Run lässt nach
Auch Intel bereitet seine Mitarbeiter auf Auftritte in "Second Life" vor und bietet dafür Kurse an. Auch den Firmennamen hat sich der Chip-Bäcker als Avatar-Nachnamen sichern lassen.
Der Run auf die Online-Welt "Second Life" scheint nachzulassen: Immer mehr Firmen schließen ihre virtuellen Niederlassungen oder wandern aus. Sowohl Nutzerzahlen als auch der Umsatz mit echtem Geld sinken.
(futurezone | DPA)
